Essen aus Büchern: Rhubarb Pie aus Toni Morrisons „Paradise“

Die Hauptfiguren von Morrisons Paradise leben an einem recht besonderen Ort: Sie haben sich zusammengefunden in einem ehemaligen Kloster, das später als Schule genutzt wurde und nun seit einigen Jahren ohne kirchlichen Anschluss von ihnen bewohnt und verwaltet wird. Eigentlich wollen sie nichts, als dort in Ruhe leben und wirtschaften, doch ihre Wahl des Zusammenlebens erzeugt Ablehnung und Hass in Ruby, dem nächstgelegen Ort. Frauen, die ohne Not in einer Gemeinschaft ohne Männer leben – was soll das sein? Einer der wenigen friedlichen Anknüpfungspunkte zwischen dem ehemaligen Kloster und der Dorfgemeinschaft ist der Lebensmittelverkauf der Frauen. Als das Kloster noch von Nonnen bewohnt wurde, haben diese einen ansehnlichen und ertragreichen Garten angelegt, der von den heutigen Bewohnerinnen noch immer gepflegt wird. Vor einigen Jahren waren die Erzeugnisse so gut, dass sich sogar die Einwohner*innen von Ruby gelegentlich dazu herabgelassen haben, sie zu kaufen. Über die Stadtgrenzen hinaus aber haben die Frauen sich einen sensationellen Ruf erworben:

„Most of their customers in 1955 drove trucks between Arkansas and Texas. Ruby citizens seldom stopped to buy anything other than pepers, since they were supreme cooks themselves and made or gew what they wanted. Only in the sixties, when times were fat, did they join the truckers and look upon what they called Convent-bred chickens as superior enough to their own to be worth a journey. Then they would also try a little jalapeño jelly, or acorn relish. Pecan saplings planted in the forties were strong in 1960. The Convent sold the nuts, an when pies from the harvest were made, they went as soon as posted. They made rhubarb pie so delicious it made customers babble, and the barbecue sauce got a haevenly reputation based on the hellfire peppers.“

Aber auch Jahre später ist der Rhubarb Pie weit bekannt. Gigi, eine der späteren Bewohnerinnen des Convents, lernt im Zug einen Mann namens Dice kennen. Das erste, was ihm zu Ruby einfällt, ist der legendäre Kuchen:

„Ruby. Ruby, Oklahoma. Way out in the middle of nowhere.“
„You been there?“
„Not yet. But I plan to check it out. Say they got the best rhubarb pie in the nation.“
„I hate rhubarb.“
„Hate it? Girl, you ain’t lived. You ain’t lived at all.“

Wenig später landet dann auch Gigi in Ruby, und ist ziemlich enttäuscht von dem trostlosen Kaff, das sie vorfindet. Und der sensationelle Kuchen ist auch nicht in Aussicht:

„She had stopped five minutes ago in a so-called drugstore, bought cigarettes and learned that the boys at the barbecue grill were telling the tuth: there was no motel. And if there was any pie it wasn’t served at a restaurant because there wasn’t one of those either.“

Wo man keinen rhubarb pie kaufen kann, muss man ihn wohl selber machen. Und das geht beispielsweise so:

Rhubarb Pie

Für den Teig:

  • 270 g Mehl
  • 1/2 TL Salz
  • 2 TL Zucker
  • 125 g Backmargarine + etwas mehr für die Form
  • ca. 6 EL kaltes Wasser

Für die Füllung:

  • 500 g Rhabarber
  • 250 g Zucker
  • 5 EL Speisestärke
  • 1/4 TL Zimt
  • 1 Msp. gemahlene Vanille
  • 2 EL Butter *

außerdem:

  • 1 Ei *
  • Puderzucker zum Ausrollen und Bestäuben des fertigen Kuchens

* dieser Kuchen kann problemlos vegan abgeändert werden. Hinweise dazu am Ende des Rezeptes.

Für den Teig in einer Schüssel erst die trockenen Zutaten Mehl, Salz und Zucker vermengen. Dann nach und nach das Pflanzenfett untermengen, bis die Masse die Textur von nassem Sand hat. Jetzt das Wasser löffelweise zugeben, 6 EL oder etwas mehr. Der Teig muss stabil und gut formbar werden. Im Zweifel ist ein zu feuchter Teig besser als ein zu trockener. Den Teig luftdicht verpacken (ich lege ihn immer zwischen zwei kleine Schüsseln) und in den Kühlschrank legen. Der Teig sollte mindestens eine Stunde ruhen.

Während der Teig rastet, die Füllung vorbereiten. Den Rhabarber waschen, Blätter und Enden entfernen. Die Rhabarber-Stangen schälen und anschließend in Scheiben von etwa 3 – 5 mm schneiden. Den Zucker für die Füllung abwiegen. Den Rhabarber mit 3 EL davon vermischen und zum Abtropfen in ein großes Sieb geben. Mindestens 30 Minuten zum Abtropfen geben. Rhabarber ist sehr wasserhaltig und das Entziehen von etwas Flüssigkeit hilft, den Pie insgesamt trockener werden zu lassen – es ist immer noch auf jeden Fall genug für ein saftiges Ergebnis da. Mein erster Pie-Versuch endete mit Rhabarber-Kaltschale in der Teighülle, deshalb reite ich da jetzt so drauf rum.

Nach der Ruhezeit des Teiges den Ofen auf 220° C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Eine Pie- oder kleine Springform (ca. 18 cm) mit Margarine fetten. Den Teig in zwei Portionen von etwa 2/3 und 1/3 teilen. Den kleineren Teil wieder luftdicht verpackt in den Kühlschrank legen. Die Arbeitsfläche mit Puderzucker bestreuen. Es geht auch Mehl, das verändert allerdings die Konsistenz des Teiges und macht ihn zäher. Den Teig zu einer Kugel formen und anschließend gleichmäßig dick zu einem Kreis ausrollen. Der Kreis muss so groß sein, dass man damit die Form auskleiden kann und noch ein kleiner Rand über den Rahmen steht. Damit werden später Boden und Deckel verbunden. Den Teig vorsichtig in die Form geben. Zu sehr überstehende Ränder können abgeschnitten werden. Die Form samt Teig wieder in den Kühlschrank stellen. In einer großen Schüssel den Zucker mit der Speisestärke vermischen. Einen gut gehäuften EL davon abnehmen und zur Seite stellen. Anschließend Zimt und Vanille untermengen. Den abgetropften Rhabarber in die Schüssel geben und alles gut vermischen.

Den Pie-Boden aus dem Kühlschrank holen. Die eben zur Seite gestellte Zucker-Stärke-Mischung auf dem Boden verteilen. Diese Schicht fängt Flüssigkeit auf und hilft zu verhindern, dass der Boden durchweicht. Den Rhabarber auf dem so vorbereiteten Boden verteilen. Wenn sich beim Mischen viel Flüssigkeit bildet, diese in der Schüssel zurückbehalten und nicht mit in den Pie geben. Darauf achten, das nicht über den Rand der Form hinaus steht. Die Butter in kleine Flöckchen auf dem Rhabarber verteilen. Und dann alles wieder in den Kühlschrank.

Das Ei in einer Tasse verrühren. Die kleinere Teigportion aus dem Kühlschrank nehmen. Die Arbeitsfläche wieder mit Puderzucker vorbereiten, eine Kugel formen und diese zu einem gleichmäßigen Kreis ausrollen. Die Ränder mit Ei bestreichen. Den Unterteil des Pies aus dem Kühlschrank holen, den Deckel auflegen und zu sehr überstehendes abschneiden. Die Ränder von Boden und Deckel sorgfältig zusammendrücken oder einschlagen. Den Deckel mit Ei bepinseln. Mit einem kleinen, scharfen Messer Schlitze in den Deckel stechen, durch die der Dampf entweichen kann, der bei Backen entsteht. Und dann kann der Pie in den Ofen.

Bei 220° C etwa 15 Minuten backen. Dann die Temperatur auf 180° C reduzieren und weitere ca. 40 Minuten backen, bis man es bei den Lüftungsschlitzen blubbern sieht. Dann den Pie aus dem Ofen nehmen. Auskühlen lassen, bevor er aus der Form genommen und angeschnitten wird.

Es ist gar nicht so leicht, einen schönen und stabilen Pie hinzubekommen, schon gar nicht beim ersten Anlauf. Im Zweifel geht Stabilität vor und wenn der Deckel nicht schön wird, streut man einfach Puderzucker drauf. Mein erster Pie war schön, dass Innenleben aber eine Katastrophe, beim zweiten ist der Deckel leider eingesackt. Dafür war er innen gut gelungen: für meinen Geschmack war er fast ein bisschen süß, beim nächsten Mal würde ich vielleicht ein bisschen weniger Zucker nehmen. Aber die Speisestärke hat hervorragend dafür gesorgt, dass die Flüssigkeit gebunden wurde und die Füllung selbst nach dem Anschneiden stabil geblieben ist. Was die Gewürze angeht, kann man natürlich auch variieren, und z. B. Kardamom verwenden. Das Ziel ist ja nicht weniger als der beste Rhabarberkuchen im ganzen Land, da darf man kreativ werden.

Hinweise zur veganen Zubereitung: Beim Einkauf darauf achten, dass die Margarine als vegan deklariert ist. Alternativ gibt es reines Pflanzenfett verschiedener Hersteller in einer „soft“-Variante, die man auch benutzen kann. Die Butter, die auf den Rhabarber kommt, kann man natürlich auch durch Margarine ersetzen. Das Ei erleichtert das Zusammenkleben von Boden und Deckel und sorgt für gleichmäßigere Bräunung beim Backen. Beides kann auch Pflanzenmilch leisten.


Alle Zitate aus: Toni Morrison: Paradise. Vintage International 2014.

Das Zitat, in dem Verkauf und Produktion beschrieben werden, ist auf S. 241/242 zu finden. Die Zugszene kann man auf S. 66/67 nachlesen, Gigis Ankunft in Ruby auf S. 67.

Das Rezept ist in wesentlichen Teilen aus der New York Times. Ich habe einige Abwandlungen vorgenommen.

Dieses und mehr Essen aus Büchern gibt es auch auf schiefgegessen.

Was auf den Überlebenden lastet – „Fugitive Pieces“ von Anne Michaels

Jakob Beer, Kind polnischer Juden, ist im Alter von sieben noch so klein und schmächtig, dass er sich problemlos in einem Schrank verstecken kann. Von dort aus wird er Zeuge, wie seine Eltern von Wehrmachts-Soldaten ermordet werden und seine ältere Schwester Bella verschleppt wird. Tagelang stolpert er durch den Wald, bis er Athos in die Arme läuft, einem griechischen Archäologen, der das prähistorische Dorf Biskupin ausgräbt. Er wird sein Retter und Ziehvater. Jakob wächst bei Athos auf der Insel Zakynthos auf, lernt Griechisch, Englisch und die Grundlagen der Geographie und hofft Jahr um Jahr, irgendwo eine Spur seiner Schwester zu finden, die vielleicht doch überlebt haben könnte.

„While I was living with Athos on Zakynthos, learning Greek and English, learning geology, geography, and poetry, Jews were filling the corners and crakcs of Europe, every available space. They buried themselves in strange graves, any space that would fir their bodies, absorbing more room than war allotted them in the world.“

Auch in späteren Jahren, bis weit in sein Erwachsenenalter hinein, will Jakob sich kaum an die Jahre seiner Kindheit erinnern, an die Fassungslosigkeit und die Verzweiflung seiner Eltern. Lieber stürzt er sich in die Geschichte, befasst sich mit lange verschwunden Kulturen, als die eigene Vergangenheit anzurühren. Er findet Ausdruck und Trost in der Poesie und wird ein anerkannter und bekannter Lyriker. Doch seine Vergangenheit kommt ihm immer wieder dazwischen, die nicht bewältigbare Trauer um seine verlorene Schwester zerstört sogar eine langjährige Beziehung.

Der zweite Teil des Romans ist Ben gewidmet, einem Fan von Jakobs Gedichten, der ihn aber höchstens flüchtig kennt. Er ist bedeutend jünger als Jakob und das Kind von Holocaust-Überlebenden, die versuchen, in Kanada eine neue Heimat zu finden. Auch er kämpft mit der schrecklichen Vergangenheit seiner Familie, findet aber einen ganz anderen Umgang damit als Jakob. Er sucht seine Erklärungen und seinen Halt im Wetter und wie es den Lauf der Geschichte beeinflusst hat.

Dass Anne Michaels selbst vor allem Lyrikerin ist, merkt man dem sprachlich sehr gelungenen Roman an. Michaels gelingt es, Sätzen eine poetischen Unterton zu geben, ohne ins Pathetische abzudriften. Ihre Stärke ist die Schilderung von Stimmungen, Beziehungen und Szenen. Es ist die Sprache, die den Roman trägt, der sich ansonsten vor allem mit dem Innenleben der Charaktere befasst. Die Handlung ist reduziert, dabei aber tragisch, wenn auch auf eine sehr leise Weise. Die Charaktere tragen ihr Leiden, das erfahrene Unrecht und die Verletzungen als etwas unvermeidbares, das sich nur zusammen tragen lässt, von dem die Welt aber nichts wissen will. Mit der zweiten Geschichte um Ben eröffnet Michaels eine weitere Ebene, die sich nicht gleich nahtlos in die erste fügen will und es dauert ein wenig, bis der Roman über diesen recht späten Bruch hinweg kommt.

Man darf von Fugitive Pieces keinen linear erzählten Roman über die Schrecken des Holocaust erwarten. Davon erzählt der Roman natürlich, das aber auf eine sehr subtile, feingliedrige Art und Weise, ohne dabei das Thema weichzuspülen. Und sprachlich überzeugt der Roman sowieso.


Anne Michaels: Fugitive Pieces. Bloomsbury Publishing 1998. 294 Seiten. Eine deutsche Übersetzung von Beatrice Howeg ist unter dem Titel Fluchtstücke bei Rowohlt erschienen und aktuell noch als eBook beim berlin Verlag lieferbar.

Das Zitat stammt von S. 45.

1997 gewann Michaels mit diesem Roman den zweiten Orange Prize for Fiction. Dieser Beitrag ist Teil des Leseprojekts Women’s Prize for Fiction.

Women’s Prize for Fiction – Shortlist 2021

Zum 26. mal wird nun der Women’s Prize for Fiction verliehen. Nach der Bekanntgabe der Longlist vor wenigen Wochen sah die Jury um Autorin Bernadine Evaristo sich mit Angriff konfrontiert, weil der Roman einer trans Frau nominiert worden war. Die Autorin Torrey Peters, mit ihrem Roman Detransition, Baby Kandidatin für den Preis, berichtete in Interviews von Angriffen auf ihre Person, die nach der Nominierung vor allem über Soziale Medien erfolgten. Der „Wild Women Writing Club“ warf Peters in einem offenen Brief vor, ihr Roman habe keine weibliche Perspektive. Unterzeichnet war der Brief auch von prominenten und leider toten Autorinnen wie Currer Bell und Daphne DuMaurier. Die Organisator*innen entgegneten, der Preis sei offen für alle, „who [are] legally defined as a woman“. Eben diese Formulierung sorgt vor zwei Jahren schon für größeren Ärger, als Akwaeke Emezi nominiert war. Emezi definiert sich als nicht binär und betrachtete die Pflicht, sich für den Preis als Frau ausweisen zu müssen, als Affront.

Geändert hat sich nach Emezis Weigerung, weiterhin Bücher für den Preis einzureichen, erstmal nichts. Ob die erneute Diskussion in diesem Jahr zu einem Umdenken in der Organisation führt, wird sich zeigen müssen. Auf die Shortlist hat Peters es in diesem Jahr nicht gebracht. Dafür dürfen diese sechs Frauen weiter auf den Preis hoffen:

Brit Bennett: The Vanishing Half

In Mallard, Louisiana ist man stolz darauf, dass die Bevölkerung immer hellhäutiger wird. Hier werden die Zwillinge Stella und Desiree geboren. Als sie erwachsen werden, sind sich einig, dass sie hier keine Zukunft haben und ziehen nach New Orleans. Unverhofft wird Stelle dort als Weiße akzeptiert und kann plötzlich ganz neue Wege gehen. Ihre Schwester spielt da nicht mit und heiratet den dunkelhäutigsten Mann, den sie finden kann. Erst Jahre später treffen die beiden wieder aufeinander.

Eine deutsche Übersetzung ist unter dem Titel Die verschwindende Hälfte (Übers.: Isabel Bogdan und Robin Detje) bei Rowohlt erschienen.

Geschrieben hat über diesen Roman u. a. Petra Reich auf literaturreich.

Susanne Clarke: Piranesi

Piranesis Haus in diesem phantastischen Roman ist ein einziges Labyrinth aus Fluren, Gängen und Zimmern. Der untere Bereich steht unter Wasser und Piranesi teilt sich sein kurioses Domizil mit Fischen und Vögeln. Sein ganzes Leben widmet er der Erforschung all der Treppen, Ecken und Winkel. Doch er ist nicht alleine im Haus: „Der Andere“ ist auch noch da. Die Auseinandersetzung mit ihm gerät wird für Piranesi zur Suche seiner selbst.

Eine deutsche Übersetzung ist unter dem Titel Piranesi (Übers.: Astrid Finke) im Oktober 2020 bei Blessing erschienen.

Sehr begeistert von dem Roman war unter anderem Miss Booleana, während man bei Let Us Read Some Books die hohen Erwartungen an die Autorin von Jonathan Strange & Mr. Norrell etwas enttäuscht sieht.

Claire Fuller: Unsettled Ground

Die Zwillinge Jeanie und Julius leben im Alter von 51 noch immer mit ihrer Mutter zusammen in dem abgelegenen Haus, in dem sie aufgewachsen sind. Die Familie lebt völlig isoliert und hat keine Kontakte außerhalb der eigenen vier Wände Als ihre Mutter unerwartet stirbt, sehen die Geschwister sich plötzlich mit hohen Schulden konfrontiert, von denn offenbar alle wussten, außer ihnen. Von heute auf morgen ohne Wohnung und schon immer ohne Job müssen sie mit 51 ganz von vorne anfangen.

Eine deutsche Übersetzung ist bisher nicht angekündigt. Andere Romane von Fuller sind bei Piper erschienen, vielleicht wird auch dieser folgen.

Yaa Gyasi: Transcendent Kingdom

Als Kind ist Gifty fasziniert von der Geschichte ihrer Familie, die sie von Ghana nach Alabama brachte. Nun ist ihre Familie in der harschen amerikanischen Realität angekommen. Gifty arbeitet an ihrer Promotion über das Belohnugssystem von Mäusen, als ihr Bruder an einer Überdosis stirbt. Ihre Mutter fällt in eine tiefe Depression und Gifty sieht sich mit all den traumatischen Erlebnissen ihrer Familie konfrontiert, die sie über Jahre erfolgreich ausgeblendet hat.

Eine deutsche Übersetzung ist unter dem Titel Ein erhabenes Königreich für August 2021 bei DuMont angekündigt.

Cherie Jones: How the One-Armed Sister Sweeps Her House

Lala wächst in Barbados auf, direkt am Strand Baxter’s Beach und umgeben von den Geschichten ihrer Großmutter. Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein Paradies, doch wie so oft ist es das nur für die anderen. Lala verdient Geld, indem sie Touristinnen die Haare zu Zöpfen flicht und ihr Mann hält sich mit Diebstählen und Drogenverkauf über Wasser. Als er sich bei einem seiner Coups übernimmt, gerät das Leben der beiden aus den Fugen.

Eine deutsche Übersetzung ist bisher nicht angekündigt.

Patricia Lockwood: No One is Talking About This

Lockwood, selbst sehr aktiv auf twitter, hat sich in den vergangen Jahre damit befasst, wie diese Plattform, ihre Möglichkeiten und Beschränkungen, das Schreiben beeinflusst. In ihrem ersten Roman erzählt Lockwood die Geschichte einer Frau, die besessen ist von Twitter und den Leichtigkeiten, die sie dort mit der Welt teilen kann. Als ihr Leben jede Leichtigkeit verliert, sieht sie sich mit der Frage konfrontiert, ob und wie sie ernsthaft über sich selbst schreiben kann oder will.

Eine deutsche Übersetzung unter dem Titel Und keiner spricht darüber ist für März 2022 bei btb angekündigt.

Das ist vielleicht das erste Jahr, in dem ich mit meine Einschätzung der Shortlist nicht 100% daneben lag. Gelesen habe ich allerdings immer noch keines der Bücher. Ich bin noch zu sehr mit den Shortlists der Jahre 1996 – 2020 befasst. Am 7. Juli wird der Preis in diesem Jahr vergeben – vielleicht gelingt es mir bis dahin ja mal, einen Blick in die Roman zu werfen. Wie ist es bei euch? Kennt ihr eines der Bücher?

Wohin die Magnete uns führen – „Visible Worlds“ von Marilyn Bowering

Albrecht und Gerhard, Söhne einer deutschen Mutter und eines kanadischen Vaters, wachsen in Kanada auf, bis die Familie beschließt, dass Gerhard nach Deutschland gehen soll, um die musikalische Ausbildung des begabten Sohnes auszubauen. Die Zeit ist denkbar schlecht gewählt – Gerhard kommt in den späten 30er-Jahren nach Deutschland, der für ihn vorgesehene Lehrer wird als Kommunist verhaftet und Gerhard landet in der Hitlerjugend. Währenddessen bleibt Albrecht zu Hause beim Vater und hadert mit seinem Schicksal, der weniger geliebte und begabte Sohn zu sein. Der Vater ist Mitglied des Ordens der Odd Fellows und widmet gesamte Zeit der Erforschung des „persönlichen Magnetismus“. Er ist überzeugt, dass Menschen stark vom Magnetismus beeinflusst sind und dass dies der wahre Grund ist, warum man sich zu Menschen und Orten angezogen fühlt oder eben nicht.

We are all part of magnetism’s great net, says my father, attracted and repelled to and from each other according to our inborn polarities.

S. 210

Auch sonst ist der Roman, der von Albrecht erzählt wird, reich an skurrilen Charakteren: die Nachbarin der Familie ist ein Medium, Freund Nathan hört die Stimme seiner toten Schwester als unsichtbare Ratgeberin, Nathans Vater tourt als Bärendompteur durch die Welt und verliert dabei seinen Arm. Außerdem gibt es eine vergessene Tochter, ein ausgesetztes Kind und eine Frau auf großer Polar-Expedition. Diese ganzen Erzählstränge versucht Bowering in ihrem Roman zu verweben. Sie wählt dafür eine ganz interessante, aber auch leicht verwirrende Erzählart mit großen und abrupten Zeitsprüngen. Eben war man noch im Kriegsgefangenenlager, jetzt auf einer Hochzeit und alles, was dazwischen passiert ist, wird in drei Sätzen skizziert und den Rest muss man sich dann eben denken. Menschen verschwinden und tauchen wieder auf, es gibt Trennungen, Versöhnungen und Todesfälle und vieles davon zwischen den Kapiteln, off-stage gewissermaßen. Das, was man von den Visible Worlds bei Bowering zu sehen kriegt ist also viel weniger als das, was man eben nicht zu sehen kriegt und schemenhaft unter der Oberfläche liegt.

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Die Königin muss Federn lassen – „Ameisenmonarchie“ von Romina Pleschko

Magdalena hat ihr Refugium gefunden, in der obersten Etage eines Wieners Hauses. Seit Jahren hat sie die Wohnung nicht verlassen, an manchen Tagen nicht einmal das Bett. An guten Tagen schwebt sie in ihrem federbesetzten Morgenmantel (sehr teuer, aus England) durch die Wohnung und frönt ihrer einzigen Leidenschaft, der Salami. Sie ernährt sich von praktisch nichts anderem. Doch seit neustem wird ihr Leben unbequem. Ständig pieksen sie Federn ihres Morgenmantels und zudem muss sie entdecken, dass ihr Gatte Herb Senior seit Jahren heimlich Beruhigungsmittel in ihre geliebte Salami mischt. Erst ist sie entrüstet, dann aber auch wieder ganz froh. Ohne Beruhigungsmittel kann sie ihren öden Mann kaum ertragen. Dabei hatte sie mal große Pläne, war begeisterte Malerin und studierte Architektur. Und nun? Endstation Arztgattin.

Magdalena war davon überzeugt, ein Aneurysma im Gehirn zu haben, das sofort platzen würde, sollte sie jemals einen Gedanken wirklich zu Ende denken.

S. 135

Herb Senior hat derweil mit seinem Sohn Herb Junior zu kämpfen, der die gynäkologische Praxis des Vaters übernehmen soll, aber weder am Beruf noch an Vaginen irgendein Interesse hat. Generell interessieren Frauen ihn wenig, ihre Weichheit irritiert ihn. Er ist gerade viel zu beschäftigt mit einem Nationalratsabgeordneten der eigentlich unwählbaren Partei, den er im Fahrstuhl kennengelernt hat. Die beiden leben im gleichen Haus wie Herb Senior und Magdalena, komplettiert wird das Personen-Ensemble durch eine Kosmetik-Verkäuferin mit großen Ambitionen und einen Ex-Fotografen mit Verunsicherungs-Fetisch.

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Mörderische Geheimnisse – „Heilige und andere Tote“ von Jess Kidd

Cathal Flood macht es sich und anderen nicht leicht. Ein Mann von beeindruckender Statur und – wenn er will – charmantem Auftreten war er einst ein begnadeter Künstler. Nun lebt er alleine in seinem großzügigen Anwesen Bridlemere im Westen Londons, das vor lauter Krempel aus allen Nähten platzt. Im Garten stapelt sich der Schrott, im Erdgeschoss kann man kaum noch einen Fuß vor den anderen setzen und das Obergeschoss kann man gar nicht erst betreten, weil eine gigantische Wand alter National Geographic-Ausgaben den Zugang blockiert.

In dieses Chaos marschiert nun Maud. Sie ist damit beauftragt, den alten Mann und sein Haus auf Vordermann zu bringen. Keine ungefährliche Aufgabe – den letzten, der das versucht hat, hat Cathal mit einem Hurling-Schläger in die Flucht geschlagen. Doch Maud ist nicht gewillt, so schnell aufzugeben. Und sie hat sich Unterstützung mitgebracht: Maud weiß sich in der Gesellschaft von Heiligen. Sie warten auf sie an der Bushaltestelle, sitzen mit am Küchentisch, haben immer die besten Ratschläge parat und warnen, wenn Gefahr droht. Maud kennt sie alle und hat so Unterstützung in jeder denkbaren Lebenslage. Und wo die Heiligen nicht helfen können, gibt es ihre Nachbarin und Freundin Renata. Die hat zwar seit etlichen Jahren das Haus nicht mehr verlassen, weiß sich und Maud aber trotzdem aus jeder Patsche zu helfen und hat dank jahrelangem Krimi-Konsum eine ausgeprägte Spürnase. Die wird sie auch brauchen, denn Maud beginnt schnell zu ahnen, dass sich hinter Cathals schroffer Fassade nicht etwa ein weicher Kern, sondern ein kaltblütiger Mörder verbirgt. Sie hat ihn im Verdacht, nicht nur seine Frau umgebracht zu haben, sondern auch ein Mädchen, das vor Jahrzehnten vermisst gemeldet wurde und nie wieder aufgetaucht ist.

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Zum Schweigen gebracht – „Do Not Say We Have Nothing“ von Madeleine Thien

Li-ling, Tochter chinesischer Einwanderer, lebt mit ihrer Mutter in Vancouver. Ihr Vater hat sich 1989 bei einer Reise nach Hongkong vom Dach eines Hauses gestürzt. Den Schmerz kann Li-ling ihm nicht verzeihen. Nur wenig später taucht Ai-Ming in Vancouver auf. Sie ist die Tochter einer Familie, mit der Li-lings Vater eine lange Verbindung hatte und muss China wegen ihrer Beteiligung an Protesten auf dem Tiananmen-Patz verlassen. Während Li-ling fast völlig ahnungslos ist, warum ihre Eltern China verlassen haben, weiß Ai-Ming eine Menge darüber und erzählt ihr eine lange Geschichte über tiefe Freundschaften, die Liebe zur Musik und die Folgen der Kulturrevolution.

Die Verbindung von Ai-Ming und Li-ling besteht vor allem über ihre Väter, die in Shanghai gemeinsam am Konservatorium gearbeitet und studiert haben, bis die Kulturrevolution die Karriere der beiden beendete. Ai-Mings Vater Sparrow, einen Komponisten, traf es dabei härter. Er konnte sich mit der neuen Linie nicht anfreunden, wollte nicht abrücken von seinen großen Vorbildern in der klassischen Musik zugunsten einer volksnäheren Musik. Statt an seinen Kompositionen zu arbeiten, endet er in einer Fabrik, in der er die Einzelteile von Radios verlötet. Und damit kommt er noch glimpflich davon – etliche in seiner Familie landen als Rechtsabweichler in Arbeitslagern und kommen gar nicht oder als gebrochene Menschen zurück.

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Essen aus Büchern: Hühnerbuletten de Volaille aus Michail Bulgakows „Meister und Margarita“

Es ist ein merkwürdiger Mann, dem die Schriftsteller Berlioz und Besdomny in Bulgakows Klassiker Meister und Margarita begegnen. Er ist seltsam gekleidet und spricht zwar fließend Russisch, das aber mit deutlichem Akzent. Ein Ausländer muss er sein, beschließen die beiden bald. Er redet allerlei Merkwürdiges und Verschrobenes und prophezeit dem ungläubigen Berlioz, er würde bald von der Tram überfahren werden. Der glaubt natürlich kein Wort, verliert aber wirklich nur wenige Minuten später den Kopf, als eine Straßenbahn über ihn fährt.

Da ist er gerade auf dem Weg zur Sitzung der Schriftstellervereinigung MASSOLIT, deren Vorsitzender er ist. Die mehr oder weniger illustren Damen und Herren treffen sich um zehn Uhr abends im Gribojedowhaus, dessen obere Räume als Clubraum dienen und das im unteren Bereich über ein Restaurant verfügt, das sich nicht nur bei den MASSOLIT-Mitgliedern größter Beliebtheit erfreut. Verstimmt wartet man auf den inzwischen kopflosen Berlioz, über dessen Ableben seine Kollegen noch nicht informiert wurden. Um zwölf schließlich beschließt man, dass er wohl nicht mehr kommt und geht hinunter zum Essen, wo man aufgrund der vorgerückten Stunde keinen Platz mehr auf der Terrasse bekommt. Das sorgt zunächst für weitere Verstimmung, die aber bald vergessen ist, als der Abend sich zu einem rauschenden Fest entwickelt. Der Stimmung tut dann auch die Nachricht von Berlioz Tod keinen Abbruch mehr. Zwar überlegt man kurz, ein Telegramm zu verfassen, aber was sollte das denn Berlioz nun noch nützen? Tot ist eben tot.

„‚Ja, er ist tot, er ist tot… Aber wir leben noch!‘
Ja, eine Weile schlug die Trauer hoch, doch sie hielt sich nur kurz und sank wieder in sich zusammen, schon kehrten die ersten an ihren Tisch zurück, kippten, zunächst verstohlen, dann ganz offen einen Schnaps und aßen nach. Wirklich, wozu sollen die Hühnerbuletten de Volaille umkommen? Wie können wir Michail Alexandrowitsch helfen? Dadurch, daß wir hungrig bleiben? Wir leben doch!“

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Versklavt, verzweifelt, vergessen – „The Silence of the Girls“ von Pat Barker

Als die Kämpfe um Lyrnessus im trojanischen Krieg verzweifelter werden und niemand weiß, wie lange die Stadt noch gegen Achilles und seine Armee verteidigt werden kann, flüchten die Frauen sich mit ihren Kindern in die Zitadelle. Unter ihnen ist auch Briseis, gerade 19 Jahre alt, und Frau des Königssohns Myrnes. Vom Dach der Festung aus beobachten die Frauen, was unter ihnen geschieht und wissen, wie aussichtslos ihre Lage ist. Es ist Usus der siegreichen Griechen, jeden männlichen Einwohner zu töten, ebenso wie schwangere Frauen, die möglicherweise noch männliche Nachfolger in sich tragen. Die übrigen Frauen werden verschleppt, werden Kriegsbeute, Handelsware und Eigentum ausgezeichneter Kämpfer. Einige wählen lieber den Tod und stürzen sich vom Dach der Zitadelle. Briseis harrt aus.

Wenige Stunden später fällt im Lager der Griechen fällt Achilles Wahl auf sie. Sie soll sein Lohn für seine Tapferkeit und seine Stärke sein und wird zu seiner persönlichen Sklavin. Damit ist sie eine der wenigen Frauen Trojas, deren Namen überhaupt im Mythos um Troja auftauchen. Die meisten anderen werden namenlose Opfer eines männerdominierten Kampfes. Ihren Status als Mensch jedoch hat sie verloren. Zwar gilt sie als Achilles Lieblingssklavin, doch dadurch wird sie nicht weniger ein Objekt. Nacht für Nacht wird sie von ihrem Besitzer vergewaltigt, so wie alle anderen Sklavinnen auch. Der einzige Ausweg für Briseis ist eine Hochzeit mit Achilles, doch die Chancen stehen schlecht. Zudem scheint ihr eine Ehe mit dem Mörder ihres Mannes und ihrer Brüder wenig erstrebenswert. Dennoch ist sie Achilles Gefährten Patroclus dankbar, dass er ein gutes Wort für sie einlegen will. Es ist ihre größte Sorge, dass Achilles das Interesse an ihr verlieren könnte oder sie ihn gegen sich aufbringt. Würde er sie verstoßen, müsste sie ihr Dasein als gewöhnliche Sklavin fristen so wie alle, die zu alt, zu widerspenstig oder zu unattraktiv für die Helden Griechenlands sind. Sie schlafen im Freien, zusammengekauert unter den Hütten, und erledigen niedrigste Aufgaben. Einen Ausweg gibt es für sie nicht mehr. Selbst von den höheren Sklavinnen werden sie kaum beachtet. Briseis und die anderen bleiben unter sich, in den Frauenquartieren, an den Webstühlen oder im Feldlazarett, wo sie zur Pflege der verwundeten Krieger eingesetzt werden. Unter ihnen aber entstehen echte Freundschaften und die Solidarität ist groß. Manchmal vergessen sie beinahe, in welcher Lage sie sind, und teilen unbeschwerte Momente.

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Augen zu und durch – „Milkman“ von Anna Burns

Milkman ist überhaupt kein Milchmann. Noch nie hat ihn jemand im Viertel Milch verkaufen sehen und warum er so heißt, weiß niemand mehr. Unbestritten aber ist seine Rolle: er ist einer der wichtigsten Paramilitärs der Stadt, seine Augen und Ohren sind überall. Kein Wunder, dass der namenlosen Erzählerin des Romans Angst und Bange wird, als er plötzlich auf sie aufmerksam wird. Aufmerksamkeit ist das letzte, was sie in ihrem Leben brauchen kann.

Die Erzählerin wächst auf in einer nordirischen Stadt, inmitten des Nordirlandkonflikts. Beinahe alle außerhalb ihres streng katholischen Viertels sind Feinde. Diejenigen, die auf der falschen Seite der Straße leben, in der falschen Hälfte der Stadt und erst recht diejenigen, die jenseits der Grenze leben und sich weigern, Nordirland freizugeben. In jeder Familie gibt es mindestens einen Mann, einen Sohn oder einen Bruder, der bei Kämpfen getötet wurde. In manchen sind es fast alle. Nicht-politische Handlungen und Aussagen gibt es nicht in diesem Klima. Namen sind politisch, Autos sind politisch, Beziehungen sind politisch, Bücher sind politisch, Religion ist politisch. Politik ist alles, was zählt.

„So the Hollywood phenomenon of sexual prowling would have been overshadowed, as everything here was overshawdowed, by the main topic of conversation in this place.“

S. 183

Mit ihrem unguten Gefühl gegenüber Milkman ist die Erzählerin völlig allein. Er macht ja nichts. Sexualstraftaten werden von den de facto regierenden Paramilitärs des Viertels streng geahndet, aber was soll man Milkman denn vorwerfen? Er hält die Erzählerin auf dem Heimweg auf und bietet ihr an, sie nach Hause zu fahren. Er läuft auf einmal neben ihr, als sie im Park joggt. Er lauert ihr nach dem Französisch-Unterricht auf und bietet ihr wieder an, sie nach Hause zu fahren. Er lässt fallen, wie schade es wäre, würde ihr Freund von einer Autobombe getötet. Das alles verunsichert sie zutiefst, ist ja aber keine Straftat. Zur Ablenkung steckt sie weiter ihre Nase in Bücher, die spätestens im 19. Jahrhundert spielen, weil sie das 20. furchtbar findet und versucht, alles um sie herum auszublenden so gut es eben geht. Selbst auf dem Heimweg nimmt sie die Augen nicht von den Seiten und lenkt sich so von der Zerstörung und Gewalt um sie herum ab. In ihrer Nachbarschaft gilt sie schon deshalb als seltsam. Milkmans Avancen erregen noch mehr unerwünschte Aufmerksamkeit. Als zukünftige Geliebte eines wichtigen Paramilitärs, denn das gilt als ausgemacht, zieht sie jetzt schon Missgunst und Neid auf sich. Für die Erzählerin gilt das keinesfalls als ausgemacht, sie möchte viel lieber mit ihrem Vielleicht-Freund zusammenziehen. Aber bald muss sie sich eingestehen, dass sie eigentlich überhaupt keine Wahl hat.

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