Essen aus Büchern: Akara aus Chimamanda Ngozi Adichies „Americanah“

Akara sind, einfach gesagt, frittierte Bällchen aus pürierten Augenbohnen. Nach allem was ich in Erfahrung bringen konnte, hat dieses Gericht seinen Ursprung in Westafrika, wo es auch heute noch vor allem als Street Food verbreitet ist, populär ist es aber vor allem in Brasilien unter dem Namen Acarajé.

In Americanah kauft Ifemelu Akara bei einer Straßenhändlerin in Lagos, wo sie eigentlich nur frittierte Kochbananen kaufen wollte, aber dem Angebot nicht widerstehen konnte. Wie sie Obinze erklärt stehen diese Akara für echten und damit unterstützenswerten Unternehmergeist:

„She is selling what she makes. She is not selling a location or the source of her oil or the name of the person that ground the beans. She is simply selling what she makes.“

Und was sie macht ist eben Akara und das ist deutlich mehr Aufwand als ich gedacht hätte.

AkaraCollage

Zutaten:

  • 200 g Augenbohnen (wobei auch andere Bohnen funktionieren sollen)
  • 1 Chilischote (z.B. Habanero), fein geschnitten
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 1 gehäufter TL Salz
  • etwas Wasser
  • Palmöl oder ein anderes Pflanzenfett zum Frittieren

Die Augenbohnen einige Stunden (am besten über Nacht) einweichen und anschließend die Haut entfernen. Es gibt verschiedene Wege, das zu erledigen und jeder davon ist ziemlich aufwendig wenn man das noch nie gemacht hat. Am einfachsten scheint es zu sein, die Bohnen in den Händen aneinander zu reiben, damit die Häute sich lösen und dann die Bohnen herauszudrücken. Alternative Wege werden bei All Nigerian Recipes beschrieben, woher ich auch den Rest des Rezepts habe. Ich habe nach ungefähr 180 g die Geduld verloren und abgebrochen.

Anschließend werden die Bohnen im Mixer zerkleinert. Dabei nur gerade so viel Wasser zugeben, dass eine klebrige Masse entsteht, die nicht zu nass sein darf, sonst spritzt es später furchtbar. Die Bohnen müssen anschließend weiter zerkleinert werden, so dass eine einheitliche Masse ensteht. Das Originalrezept sieht dafür einen Mörser vor, den ich in der Größe nicht besitze, aber der urdeutsche Kartoffelstampfer hat auch funktioniert. Beim Rezept gibt es ein Video, bei dem ganz gut zu erkennen ist, wie der Teig aussehen soll. Nach dem Zerkleinern werden Chili und Zwiebel hinzugefügt und erst ganz am Ende das Salz. Mit Hilfe eines Teelöffels wird die Masse ins heiße Fett gegeben. Sobald eine Seite braun ist, die Akaras umdrehen und von der anderen Seite bräunen.

Was die Beilage angeht, habe ich mindestens zehn verschiedene Varianten gefunden. Ich habe zu meinen einen sehr einfachen Tomaten-Dip gemacht, ich habe aber auch Hirse, Brot und verschiedenste Soßen als Vorschlag gefunden. Das darf man sich dann offenbar aussuchen.

Das Ergebnis schmeckt auf jeden Fall noch sehr nach Bohnen, weit mehr, als ich das von Bohnen-„Burgern“ und ähnlichem kannte. Sicher auch, weil man sowas meistens mit gegarten Bohnen macht. Der Geruch der pürierten rohen Bohnen hat mich an Sauerampfer erinnert, auf jeden Fall riecht es sehr „grün“. In frittiertem Zustand verliert sich das ziemlich. Die Akara schmecken außergewöhnlich aber auch nicht sehr spektakulär. Wie frittierte Bohnen eben. Ich verstehe allerdings völlig, wie das als Street Food funktionieren kann.

Ein anderes sehr prominentes Gericht aus Americanah, den Jollof Rice, gibt es beim Little Library Cafe.


Das Zitat stammt aus Kapitel 52 der Hörbuch-Ausgabe von Whole Story Audio Books 2013, gelesen von Adjoa Andoh.

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8 Gedanken zu “Essen aus Büchern: Akara aus Chimamanda Ngozi Adichies „Americanah“

  1. thursdaynext 7. Oktober 2016 / 19:53

    Mhhhh, klingt extrem lecker mit gutem Dip. Allerdings auch zeitintensiv. Erinnert mich dran endlich mal einen guten Pakkora zu finden in der Nähe. Nice Weeend

    Gefällt 1 Person

    • Marion 8. Oktober 2016 / 15:05

      Wenn es von heute auf morgen nur noch Pakora zu essen gäbe, würde mich das glaub ich überhaupt nicht stören.

      Gefällt 1 Person

    • Marion 8. Oktober 2016 / 15:08

      Oh, dankeschön! Das ist ja auch meine Lieblingsreihe, umso mehr freut mich Begeisterung von anderer Seite.

      Gefällt 1 Person

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