Essen aus Büchern: Bubble and Squeak aus Zadie Smiths „White Teeth“

Zwei der Hauptfiguren in White Teeth, Archie und Samad, gehen zusammen in den gleichen Pub beinahe seitdem sie in London leben. Dieser wird von Abdul-Mickey betrieben, dessen Vater jeden seiner fünf Söhne Abdul genannt hat, ihnen aber noch einen englischen Namen gegeben hat, um ihnen das Leben leichter zu machen. In Abdul-Mickeys Pub gibt es auch Essen, das Archie und Samad sehr schätzen und das immer aus Pommes, Bohnen, Eiern, Pilzen, Tomaten und Toast in unterschiedlichen Kombinationen besteht. Doch eines Tages taucht ein neues Gericht auf der Karte auf:

„The Bubble and Squeak had been a revelation of sorts.“

Nicht weniger als eine Offenbarung ist es also für die Stammgäste im Pub, das man von den üblichen Grundzutaten abweicht. Aber man muss, das betont Abdul-Mickey immer wieder, auch mal offen für Neues sein. Man muss den Dingen eine Chance geben.

Seinen ungewöhnlichen Namen hat Bubble and Squeak übrigens von den Geräuschen, die es in der Pfanne macht – es blubbert und quietscht. Nicht sehr vernehmlich, erwartet kein akustisches Highlight, aber man hört schon deutlich, woher der Name kommt. Bubble and Squeak ist eigentlich eine Resteverwertung für den Sonntagsbraten samt Beilagen. Traditionell sind das Kartoffeln, verschiedene Kohlsorten, Möhren oder Erbsen. Oft werden auch Bratenreste, Bacon oder Schinken im Bubble and Squeak verwertet oder dazu gegessen. Manchmal wird es auch mit Spiegeleiern oder pochierten Eiern gegessen. Oder mit extra Käse in der Masse. Oder mit übrig gebliebener Bratensoße. Oder, oder, oder. Ihr seht das Konzept – im Grunde kann man alles nehmen was gerade da ist und weg soll. Basis sind aber immer Kartoffeln und Kohl.

BubbleAndSqueak.jpg

Eine große Pfanne Bubble and Squeak:

  • 20 g Butter
  • 1 EL Pflanzenöl
  • 1 Zwiebel
  • 450 g Kartoffeln, geschält und gegart
  • 300 g Kohl und evtl. anderes Gemüse (s. oben), in kleine Stücke geschnitten und gegart
  • Salz
  • Pfeffer

Die Zwiebeln schälen, halbieren und in feine Scheiben schneiden. Kartoffeln und Gemüse in eine Schüssel geben und mit dem Kartoffelstampfer gründlich zerkleinern. Die Masse mit Salz und Pfeffer abschmecken.

In einer beschichteten Pfanne Öl und Butter auf mittlere Temperatur erhitzen. Die Zwiebeln darin weich dünsten. Dann die Kartoffel-Gemüse-Masse in die Pfanne geben und mit einem Pfannenwender gleichmäßig bis zum Rand verteilen.

20 Minuten braten lassen, dann wenden. Wer sowas kann, kann das ganze Teil wie einen Pfannkuchen wenden, wer nicht nimmt einen Teller dazu. Wenn es kaputt geht ist es eigentlich auch egal, nach Schönheit darf man hier eh nicht fragen. Das gewendete Bubble and Squeak wieder etwas in der Pfanne andrücken und weitere 20 Minuten braten lassen.

Und das war’s auch schon. Das Ergebnis ist lecker und sehr sättigend, was bei der Menge an Kartoffeln und Fett auch niemanden wundern dürfte. Bubble and Squeak ist nichts, womit man Freunde beim Abendessen beeindruckt, aber es ist eine schöne Resteverwertung und sicher auch nicht das schlechteste, was man zum Bier essen kann.


Das Zitat stammt aus Zadie Smith: White Teeth. Penguin 2001. S. 523.

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