Essen aus Büchern: Rock Cakes aus Tracy Chevaliers „Remarkable Creatures“

Tracy Chevaliers Roman Remarkable Creatures befasst sich mit bemerkenswerten Geschöpfen in mehrfacher Hinsicht. Zum einen sind da Mary Anning und Elizabeth Philpot, zwei Frauen aus dem englischen Lyme Regis, die so gar nicht in ihre Zeit zu passen scheinen. Zum anderen sind da die Geschöpfe, denen sie ihre gesamte Zeit widmen: Plesiosaurier, Ichthyosaurier, Ammoniten und andere Wesen, deren reine Existenz ganze Weltbilder auf den Kopf stellte. Insbesondere Mary Anning war eine außergewöhnliche Fossilien-Sammlerin und häufte erstaunliches Fachwissen an, das für viele Museen und Wissenschaftler von großer Bedeutung war. Die Paläontologie war für sie mehr als reine Liebhaberei. Mit den seltenen Funden verdiente sie Geld, um ihre Familie zu ernähren. Ihre Freundin und Sammel-Begleiterin Elizabeth Philpot stand da auf etwas sichereren Füßen. Für Londoner Verhältnisse war auch sie nicht wohlhabend, da sie und ihre beiden ebenfalls unverheirateten Schwestern von einer kleinen Rente leben mussten. Die aber reicht immerhin für ein Cottage in Lyme Regis und eine Haushälterin.

Und eben diese Haushälterin taucht dank ihrer Backkünste auch im Roman auf:

„Bessy made to many rock cakes and thought you might like some, Mrs Anning.“

Das ist natürlich eine Notlüge der Schenkerin – Elizabeth Philpot war immer bemüht, die Familie Anning mit Lebensmitteln zu unterstützen, was diese aber immer erstmal ablehnten.

Es entspricht aber eben auch nicht ganz der Wahrheit, weil es zu Annings Zeiten keine rock cakes gab, zumindest nicht unter diesem Namen. Mit dieser Bezeichnung tauchen sie das erste mal knapp 20 Jahre nach Annings Tod auf. Aber was sollte diese große Stein- und Felsensammlerin denn essen, wenn nicht rock cakes? Also ist hier das Rezept:

Rock Cakes

ergibt ca. 12 Stück
  • 225 g Weizenmehl
  • 70 g Zucker
  • 1 Pck Vanillezucker
  • 1,5 TL Backpulver
  • 125 g kalte Butter, in kleinen Stücken
  • 1 Prise Salz
  • 150 g gemischte getrocknete Früchte (z. B. Rosinen, Datteln, Feigen…)
  • 1 Ei
  • 1 EL Milch

Den Ofen auf 160°C Umluft / 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Die getrockneten Früchte ggf. kleinschneiden. Alles, was nicht größer als eine Rosine ist, ist okay.

In einer großen Schüssel Mehl, Zucker, Vanillezucker, Backpulver, Salz und Butter vermengen, bis eine krümelige Masse entsteht. In einer zweiten Schüssel das Ei mit der Milch verrühren. Diese Mischung in die große Schüssel geben und alles gemeinsam mit den Trockenfrüchten vermischen. Es sollte ein gleichmäßiger Teig entstehen, der noch mit den Händen formbar ist. Evtl. noch ein kleines bisschen mehr Milch zugeben.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Mit leicht angefeuchteten Händen etwa golfballgroße Kugeln aus dem Teig formen und mit etwas Abstand auf das Backblech legen. Die Kekse zerfließen im Ofen noch etwas.

Die Kekse auf mittlerer Schiene für 15 – 20 Minuten backen, bis die Oberfläche braun wird. Auf einem Kuchengitter etwas abkühlen lassen und am besten noch lauwarm essen.

Entgegen ihres steinharten Namens sind die rock cakes sehr locker und für Kekse erstaunlich wenig süß. Letzteres hängt natürlich auch mit von den Früchten ab, die man verwendet – ich hatte Rosinen, Cranberries und Aprikosen da. Diese Felsbrocken zum Tee schmecken sicher nicht nur Paläontologie-Fans!


Das Zitat stamt aus: Tracy Chevalier: Remarkable Creatures. Harper Collins 2010, S. 92.

Das Rezept ist im wesentlichen von der BBC, in einigen Punkten aber angepasst.

Mehr Essen aus Büchern gibt es auf schiefgegessen.

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