Essen aus Büchern: Chin-Chin aus Chimamanda Ngozi Adichies „Purple Hibiscus“

Chin-Chin sind in Teilen Westafrikas, darunter Nigeria, ein süßes, frittiertes Gebäck für besondere Anlässe und vor allem in der Weihnachtszeit beliebt. Man kann es natürlich selbst herstellen, man kann es aber auch wohl an jeder Ecke fertig kaufen. Ob Kambilis Mutter (bzw. ihre Köchin) in Purple Hibiscus selbst in der Küche stand, weiß ich nicht, aber auf jeden Fall hat sie einen Teller voll Chin-Chin zur Hand, als ihre Schwägerin zu Besuch kommt.

Mama came in holding a tray piled high with bottles of soft and malt drinks lying on their sides. A plate of chin-chin was balanced on top of the drinks.

Chin-Chin sind in der Regel recht klein und, je nachdem wie dick der Teig ausgerollt wurde, quadratisch bis beinahe würfelförmig. Manche schneiden den Teig aber auch nur in Streifen oder stechen Formen aus.

Bei den meisten Rezepten sind die Zutaten Milch oder angerührtes Milchpulver, Mehl, Zucker, Butter und Ei, allerdings in sehr unterschiedlichen Mengenverhältnissen. Auch was die Gewürze angeht kann man sich kreativ austoben, wobei Muskatnuss in eigentlich jedem Rezept dabei ist – von einer Prise bis zu einer kompletten Nuss. Ich war da relativ zurückhaltend. Und so geht’s:

ColChinChin.jpg

  • 440 g Weizenmehl + etwas mehr zum Ausrollen
  • 170 g Zucker
  • 60 g weiche Butter
  • 1 Ei
  • 175 ml Milch
  • 1 Msp Backpulver
  • 1/2 TL Salz
  • 1/2 TL geriebene Muskatnuss
  • Schale einer Zitrone, gerieben
  • hoch erhitzbares Pflanzenöl zum Frittieren, ca. 300 ml

Mehl und Zucker in eine Rührschüssel geben, die Butter in kleinen Stückchen dazugeben und das Ei in die Schüssel schlagen. Salz, Muskatnuss, Zitronenschale und Backpulver ebenfalls dazugeben. Den Teig in der Küchenmaschine oder mit einem Handrührgerät verrühren, dabei langsam die Milch dazu gießen. Rühren, bis ein glatter, elastischer Teig entsteht.

Den Teig in vier Portionen teilen und jeweils nur eine Portion zu einer etwa 3-4 mm dicken Platte ausrollen. Der Teig ist recht klebrig und man sollte ausreichend Mehl auf die Arbeitsplatte und das Nudelholz geben. Den übrigen Teig abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren, da er schnell weich und schlechter formbar wird.

Die Teigplatten in Streifen schneiden und diese wiederum in kleine Rechtecke. In der Zwischenzeit das Öl in einem Topf oder einer hohen Pfanne auf ca. 180°C erhitzen. Im Zweifelsfall einfach ein Probe-Rechteck frittieren.

Mit einem Schaumlöffel kleine Portionen Chin-Chin in das Öl geben. Wenn es zu viele auf einmal sind, kleben sie aneinander und man hat nur einen großen Klumpen. Die Chin-Chin sinken erst auf den Boden, steigen dann aber nach oben und werden deutlich größer. Zwischendrin mal umrühren, die Unterseiten bräunen immer schneller. Das ganze dauert ein paar Minuten, in der Zeit kann man sich mit der nächsten Teigportion befassen. Und dann immer so weiter, bis der ganze Teig verbraucht ist.

Am besten sollte man neben dem Herd ein Backblech oder einen großen Teller haben, den man mit Küchenpapier auslegt. Nach dem Frittieren kann man die Chin-Chin dort abtropfen und auskühlen lassen. Beim Abkühlen werden sie übrigens nochmal fester als sie es direkt nach dem Frittieren sind.

Die Chin-Chin schmecken so ähnlich wie Mürbteig-Plätzchen, nur eben frittiert, was bei dem Teig keine sehr große Überraschung sein dürfte. Das Internet behauptet, man könne sie luftdicht verpackt bis zu vier Wochen aufheben, ich fand sie nach zwei Wochen schon nicht mehr so die helle Freude. Am besten sowieso gleich essen.


Das Zitat stammt von S. 72 von Chimamanda Ngozi Adichie: Purple Hibiscus. Fourth Estate 2013.

Beim Rezept habe ich mich größtenteils an African Bites orientiert.

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