Willkommen im gelobten Land – „Digging to America“ von Anne Tyler

Als Jin-Ho und Sooki im August 1997 das erste mal amerikanischen Boden betreten, werden sie von einer großen Gesellschaft in Empfang genommen. Bitsy und Brad Donaldson haben monatelang darum gekämpft, ein Kind aus Korea adoptieren zu können und haben die gesamte Familie samt Camcorder an den Flughafen verfrachtet, um den Moment der Ankunft von Jin-Ho erleben zu können. Bescheidener geht es zu bei Familie Yazdan, die fast unbemerkt Sookie in Empfang nimmt. Aber eben nur fast unbemerkt. Als die Donaldsons feststellen, dass eine andere Familie ihr Schicksal teilt, erklären sie die Yazdans fast schon zu ihren neuen besten Freunden.

Anne Tyler Digging to America

Über die Jahre entwickelt sich tatsächlich eine enge Freundschaft zwischen den beiden Familien, auch wenn die Donaldsons es gelegentlich übertreiben. Vor allem Bitsy glaubt am weltbesten über Kindererziehung Bescheid zu wissen und verurteilt die Familie Yazdan dafür, dass Sooki jetzt Susan heißt und nicht in koreanischen Kleidern herumläuft. Jin-Ho würden sie nie auf diese Art ihres Erbes berauben. Jedes Jahr treffen die beiden Familien sich und feiern den „Tag der Ankunft“, jedes mal singen alle gemeinsam „She’ll be coming round the mountain“ und sehen das Video an, das die Familie Donaldson am Flughafen aufgenommen hat.

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Stephan Orth: Couchsurfing im Iran

couchsurfingZwei Monate tingelte der Autor durch den Iran, von Couch zu Couch (bzw. Teppich zu Teppich) und lies sich dabei weniger von Empfehlungen aus dem Reiseführer leiten oder auch nur von den eigenen Plänen, sondern lies sich komplett auf das ein, was seine Gastgeber ihm vorschlugen.

An sich eine spannende Sache. Leider bleibt das ganze aber ein bisschen zu oberflächlich – tatsächlich kann ich mich ein paar Tage nachdem ich das Buch zu Ende gelesen habe, kaum noch an eine der Geschichten erinnern. Der Anfang ist spannend, da beschreibt er eine gar nicht so einfache Begegnung mit zwei iranischen Zöllnern, die hoffentlich, bitte, nicht zu weit durch die Bilder auf seiner Kamera scrollen. Aufgrund der ersten Szene wollte ich das Buch auch unbedingt weiterlesen. Und dann bin ich halt irgendwie dran geblieben, schlecht ist es ja auch nicht.

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