Jhumpa Lahiri: Mit anderen Worten

Mit dem Untertitel Wie ich mich ins Italienische verliebte erzählt Jhumpa Lahiri in diesem Buch von ihrer Leidenschaft für und ihrem Weg zum Italienischen. Die Begeisterung für diese Sprache entdeckt sie schon früh bei einer Studienreise nach Florenz. In ihrem Leben hat sie keinerlei Verwendung fürs Italienische, dennoch beginnt sie es zu lernen, zunächst mit einem Selbstlernkurs und mäßigem Erfolg. Viele Jahre später unternimmt sie einen weit radikaleren Schritt und zieht mit ihrer Familie für drei Jahre nach Rom. Zu diesem Zeitpunkt ist sie bereits eine gefeierte Schriftstellerin und hat mit The Lowland einen riesigen Erfolg gefeiert. Sie zieht in die Via Giulia, die in der römischen Altstadt liegt (falls das jemand wissen möchte: sie beginnt knapp südlich der Ponte Vittorio Emanuele II und verläuft dann, sich dem Tiber stetig annähernd, bis zur Ponte Sisto) und stürzt sich kopfüber in das Sprachabenteuer.

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Christopher Ecker: Andere Häfen

Als vor einigen Monaten der Mitteldeutsche Verlag ankündigte, im Herbst einen Band mit Erzählungen von Christopher Ecker zu veröffentlichen, war ich zumindest skeptisch. 87 Kurzgeschichten auf guten 200 Seiten? Klingt hart. Ist auch hart. Mein Lieblingsbuch von Christopher Ecker (und eines meiner Lieblingsbücher überhaupt) ist der über 1000 Seiten dicke Fahlmann und Ecker wäre nicht der erste Autor, der fantastische Romane aber gnadenlos blöde Kurzgeschichten schreibt. Nicht selten hört man ja, die wahre Qualität eines Autors ließe sich an den „Kleinen Formen“ messen.

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Ecker würde diese Qualitätsprüfung problemlos bestehen. Die Texte in diesem Buch unter einem Begriff zu subsumieren, ist eigentlich nicht möglich. Ich hatte gehofft, der Verlag würde „Kurzgeschichten“ unter den Titel schreiben oder „Erzählungen“. Hat er aber nicht. Kurze Texte sind es also. Einige dieser kurzen Texte sind wirklich klassische Kurzgeschichten, sowohl in Aufbau und Länge. Einige der Texte sind extrem kurz und bringen es kaum auf eine Seite, sind also eher Microfiction. In manchen Texten passiert auch so wenig, dass es eher Bilder als Erzählungen sind, vielleicht sogar Vignetten. Zum Glück kann Ecker so gut schreiben, dass die paar Sätze ausreichen, um Szenerien und Charaktere zu erschaffen, um Absurdität und Hoffnungslosigkeit auszudrücken. In vielen Texten ist es dann auch das Ausgelassene, das nicht Gesagte, was einen kalt erwischt und völlig umhaut.

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