Mo Yan: Frösche

frösche

2002 besuchte der japanische Nobelpreisträger Kenzaburo Oe den noch nicht chinesischen Nobelpreisträger Mo Yan. Letzterer erzählte von einer Tante, die Frauenärztin war und Kenzaburo Oe fand das großartigen Romanstoff. In der Tat ist es das.

In Frösche gibt es dann auch einen Erzähler, der in Briefen einem japanischen Autor die Geschichte seiner Tante Gugu erzählt, die in den 1960ern als Geburtshelferin in Gaomi sehr gefragt ist und zu jedem schwierigen Fall gerufen wird. Ihr scheint eine steile Karriere gewiss zu sein, doch dann desertiert ihr Verlobter nach Taiwan. Die Repressionen, denen sie sich anschließend ausgesetzt sieht, dienen ihr aber nur zur Motivation, die nun geltende Ein-Kind-Politik gewissenhaft und unbedingt durchzusetzen. In ihrem Bezirk in Gaomi soll keine Frau mehr ein zweites Kind bekommen. Sie kämpft gegen Väter, die verzweifelt nach einer Tochter noch einen Sohn als Stammhalter wollen und gegen Mütter, die ihr Kind nicht verlieren wollen. Denn „Der Vorsitzende Mao lehrt uns: Die Menschheit darf nicht unkontrolliert wachsen, sie soll Selbstbeschränkung üben und sich nur geplant vermehren.“

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