Essen aus Büchern: Panthay Khowse aus John Irvings „Gottes Werk und Teufels Beitrag“

Panthay Khowse ist nach Nga Sak Kin das zweite Gericht aus Gottes Werk und Teufels Beitrag, dass ich hier vorstelle und auch in diesem Fall hat die Irving’sche Schreibweise es mir nicht leichter gemacht, überhaupt was zu finden.

„Die Familien aßen draußen auf einer Veranda. Sie gaben ihm Reis, Tee und jede Menge Sachen mit Curry. Als sein Fieber fiel, aß Wally Panthay Khowse (Nudeln mit Huhn), und Nga Sak Kin, Fischbällchen mit Curry. Dies waren die ersten Wörter, die seine burmesischen Retter ihm beizubringen versuchten.“

Die Panthay sind eine aus China stammende muslimische Bevölkerungsgruppe in Myanmar und Panthay Khowse ist eine Variation eines beliebten Gerichts mit Nudeln und Huhn. Die häufigste Transkriptionsform ist Panthay Khauk-Swe, Kauk-Swe oder Kaukswe, das k wird allerdings nicht gesprochen, daher wohl auch die Transkription Khowse im Roman. Das Gericht ist relativ kleinteilig in der Zubereitung, und es erscheint mir unwahrscheinlich, dass Wallys Retter ihn in erster Linie damit versorgen. Ich habe den leisen Verdacht, dass Irving einfach die beiden Gerichte genommen hat, die er zufällig aus einem burmesischen Restaurant kannte, aber das ist eine Unterstellung. Auf jeden Fall gibt es andere Nudelgerichte mit Huhn in Myanmar, die weit weniger kompliziert sind und mir wahrscheinlicher erscheinen würden, wäre das ganze nicht ohnehin rein fiktiv. Ich kann mir aber die Klugscheißerei nicht verkneifen, anzumerken, dass keines der benannten Gerichte mit dem zubereitet wird, was man in Europa unter Curry versteht. Genug gemotzt, es gibt Essen.

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Essen aus Büchern: Nga Sak Kin aus John Irvings „Gottes Werk und Teufels Beitrag“

Wenn man “Nga Sak Kin” googled, findet man zwei Dinge. Zum einen Treffer mit Bezug auf Gottes Werk und Teufels Beitrag, zum anderen Artikel über verschiedene Feiertage in Myanmar, an denen angeblich besonders oft Nga Sak Kin gegessen wird. Offenkundig beziehen die Autoren dieser Texte ihr Wissen über die burmesische Küche von Irving. Ein Rezept zu finden war außergewöhnlich schwierig, vor allem weil die Schreibweise “Nga Sak Kin” selten bis gar nicht vorhanden zu sein scheint.

Die Familien aßen draußen auf einer Veranda. Sie gaben ihm Reis, Tee und jede Menge Sachen mit Curry. Als sein Fieber fiel, aß Wally Panthay Khowse (Nudeln mit Huhn), und Nga Sak Kin, Fischbällchen mit Curry. Dies waren die ersten Wörter, die seine burmesischen Retter ihm beizubringen versuchten.

Auf die richtige Spur in Form der phonetisch ähnlichen aber anders umgesetzten Schreibweise “Nga Soke” brachte mich ausgerechnet ein Buch über Surimi. Dass das Zeug sich in meinem Leben nochmal als hilfreich erweisen würde!

Auch im Roman führt der ungewohnte Name des Gerichts zu Missverständnissen. Wally nimmt zuerst an, es seien die Namen seines burmesischen Retters und seiner Frau, später wird es zu einem exotischen Segenswunsch, mit dem der jüngst aus den ehemaligen Kolonien zurückgekehrte Dr. Stone das Komitee des Waisenhauses beeindruckt.

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