Der mediale Rundumschlag zur Leipziger Buchmesse

Die Leipziger Buchmesse ist vorbei, und für alle, die nicht dabei waren, wurde in den Medien viel berichtet. Hier eine willkürliche Auswahl von Berichten, Artikeln und Interviews, über die ich gestolpert bin und die mir teilenswert erschienen:

Zum „größten Hörspiel der Welt“ hatte ich ja schon was gesagt, jetzt waren die Macher auch auf der Buchmesse und erzählen über ihr Giganto-Projekt, Unendlicher Spaß als Mitmach-Hörspiel für alle umzusetzen.

Erst vor kurzem hat Serendipity von Feiner reiner Buchstoff mich dankenswerterweise auf das Lesenswert-Quartett aufmerksam gemacht, das viel besser ist als das Literarische Quartett. Anlässlich der Buchmesse kamen Denis Scheck, Ijoma Mangold, Johannes Willms und Felicitas von Lovenberg zusammen um über Gegenwartsliteratur zu sprechen, unter anderem über Daouds Gegendarstellung und Karen Duves Macht. Zu sehen in der swr Mediathek.

Wer nur Denis Scheck sehen will, kann sich auch seine Vorstellung von Neuerscheinungen angucken. Dabei befasst er sich nicht nur mit Romanen sondern auch mit spirituellen Kochbüchern.

Ein etwas bissiges und sehr unterhaltsames Buchblogger-Alphabet hat Jan Drees (auch Buchblogger) für den Freitag geschrieben.

Das Deutschlandradio Kultur redet mit Jan Weiler über die Persönlichkeitsrechte seiner Kinder und wie er in seinen Kolumnen damit umgeht. Jan Böttcher und Zoe Hagen sagen auch was, allerdings zu anderen Themen.

Ebenfalls der Deutschlandfunk hat mit Mara Giese (Buzzaldrins Bücher) über Buchblogs gesprochen. Ein recht kurzes, aber sehr sympathisches Interview.

Wolfang Tischer vom Literaturcafe sprach mit Florian Kessler, der Lektor bei Hanser ist über „Institutsprosa“ und den Literaturbetrieb. Herausgekommen ist ein wirklich sehr interessantes Gespräch unter der Überschrift „Lektorat und Literatur – Was ist ein gutes Buch?„, das bei Voice Republic zu hören ist. (Überhaupt lohnt sich ein Blick auf das Angebot von Voice Republic zur Leipziger Buchmesse, da sind auch noch andere interessante Sachen zu finden)

Preis der Kurt Wolff Stiftung 2016

Jedes Jahr zur Leipziger Buchmesse wird der Preis der Kurt Wolff Stiftung zur „Förderung einer vielfältigen Verlags- und Literaturszene“ vergeben. Den mit 26.000 € dotierten Preis erhält in diesem Jahr der Ch. Links Verlag, der, wie es in der Begründung der Stiftung heißt, „seit 25 Jahren mit großer Konsequenz und ohne Scheu vor brisanten Themen die Deutschen in Wort und Bild mit ihrer jüngeren Geschichte und gegenwärtigen Rolle in der Weltgesellschaft konfrontiert“ (Quelle: Blog der Kurt Wolff Stiftung).

Der Ch. Links Verlag wurde 1989 in Berlin gegründet mit dem Ziel, Bücher über die jüngste deutsche Geschichte zu publizieren. Noch immer liegt der Schwerpunkt des Verlagsprogramms auf der kritischen Auseinandersetzung mit Politik und Zeitgeschichte, aber auch Biographien, historische Reiseführer, Länderporträts, Bücher zur Kolonialgeschichte und literarische Texte gehören zum Programm. Mit jährlich ca. 200 Veranstaltungen stemmt der Ch. Links Verlag für ein Haus dieser Größe außerdem ein sehr ansehnliches Veranstaltungsprogramm.

Ein Interview mit Christoph Links gibt es beim mdr.

Neben dem Hauptpreis wird auch ein mit 5.000 € dotierter Förderpreis vergeben, über den sich dieses Jahr Vorwerk 8 freuen darf, „der seit 1994 mit Spürsinn, Geistesgegenwart und großem typographischen und visuellen Einfallsreichtum die Künste miteinander ins Gespräch bringt“ (Quelle: Blog der Kurt Wolff Stiftung). Das Programm umfasst in erster Linie Titel zu den Themen Medien, Film, Literatur, Philosophie und Kulturwissenschaften. Die Bücher überzeugen auch durch herstellerische Qualitäten und ausgefallener Gestaltung und Typographie.

Wenn ihr mehr spannende Kleinverlage entdecken wollt, solltet ihr mal in den Katalog der KWS „Es geht um das Buch“ gucken oder, wenn ihr zufällig auf der Leipziger Buchmesse seid, in Halle 5 bei „Die Unabhängigen“ vorbeischauen.

Preis der Leipziger Buchmesse 2016

Heute ist der Preis der Leipziger Buchmesse verliehen worden.

In der Kategorie Belletristik geht er an Guntram Vesper für Frohburg, einen umfangreichen Roman angesiedelt in seiner ostdeutschen Heimatstadt.

Der Preis für Sachbuch/Essayistik geht an Jürgen Goldstein für sein Sachbuch über den Entdeckungsreisenden Georg Forster, erschienen bei Matthes & Seitz.

Mit Brigitte Döbert darf sich auch eine Frau über eine Auszeichnung freuen und zwar für ihre Übersetzung von Die Tutoren aus dem Serbischen. Der 768 Seiten-Roman erscheint, wie auch Frohburg, bei Schöffling.

Ich hatte in der Belletristik ja eine Wette auf Stockmanns Fuchs laufen und habe in meiner Überzeugung, Recht zu haben, auch gleich mal einen Stapel eingekauft. Ich sollte mit diesen Literatur-Preis-Wetten aufhören, ich liege jedes einzelne Mal völlig daneben.  Also sollte der jetzt plötzlich überall ausverkauft sein, bei mir gibt’s noch welche…

Wie auch bei der Frankfurter Buchmesse ist Voice Republic vor Ort um die wichtigsten Ereignisse mitzuschneiden. Dort kann man sich die Preisverleihung anhören, aber auch die Präsentation der Nominierten in den Kategorien Belletristik, Sachbuch und Übersetzung.