Schwer zu tragen – „Reisen mit leichtem Gepäck“ von Tove Jansson

Die Schriftstellerin und Grafikerin Tove Jansson ist in Deutschland und der Welt vor allem wegen ihrer Mumins bekannt und beliebt. Doch auch jenseits der Grenzen des Mumintals hinterließ sie ein abwechslungsreiches schriftstellerisches Werk, das vor allem Erzählungen umfasst. Einige davon finden sich in deutscher Übersetzung im Band Reisen mit leichtem Gepäck.

Um das Reisen an sich geht es dabei nur in wenigen Texten. In der titelgebenden Erzählung trifft man auf einen Reisenden, der seinen Alltag hinter sich gelassen hat, keinerlei Erinnerungen mit sich nimmt und davon träumt, unbeschwert durch die Welt zu treiben. Seine Mitreisenden aber, die auch fern der Heimat verzweifelt an ihren Erinnerungen hängen, machen ihm da einen gehörigen Strich durch die Rechnung. 

„vor den Familienkleinodien hatte ich nicht gezögert und auch nicht vor diesem liebenswerten Kleinkram, der voller Erinnerung an…. ja, an emotionale Episoden des eigenen Lebens steckt – nein, davor am allerwenigsten! Die Tasche wurde so leicht wie mein leichtsinniges Herz und enthielt lediglich das, was man für eine alltägliche Übernachtung im Hotel benötigte.“

Andere Texte sind weniger leichtfüßig, wie beispielweise die Erzählung um den frühen Tod eines Sportlehrers, der sich das Leben nimmt. Während die meisten Eltern seiner Schüler davon wenig berührt werden, schließlich kannte man sich kaum, wird eine Mutter völlig aus der Bahn geworfen und macht sich schreckliche Vorwürfe, sein Unglück nicht bemerkt zu haben. Zwei Erzählungen siedelt Jansson auf beinahe menschenleeren Inseln an, wo sie selbst so gerne ihre Sommer verbrachte. In „Die Möwen“ versucht ein zerstrittenes Paar, in der Einsamkeit ihre Beziehung zu retten, scheitert jedoch an den unterschiedlichen Allianzen mit den Seevögeln auf der Insel. Beinahe hasserfüllt beobachtet der Mann, wie seine Frau jeden Tag eine Möwe füttert, die es eindeutig auf die Eiderentenküken abgesehen hat, die unter seinem persönlichen Schutz stehen. Nur in einer Gewalttat sieht er noch einen Ausweg. In „Das Ferienkind“ verzweifelt eine Familie an ihrem Feriengast, den sie mit dem Leben auf der Insel etwas Gutes tun wollte. Doch der Junge entpuppt sich bald als mäkeliger Besserwisser und droht der gesamten Familie den Sommer zu ruinieren. 

Die insgesamt zwölf Erzählungen sind inhaltlich sehr unterschiedlich. Alltägliches steht neben Surrealem, Humorvolles neben Tragischem. Allen Texten gemein ist Janssons einfacher, schnörkelloser und direkter Stil. Hinter ihrem unkomplizierten Ton stecken tiefe Weisheiten und hintergründige Erzählungen, die ungeahnte Tiefen und Abgründe der menschlichen Seele aufdecken. Daran liegt es wohl auch, dass Janssons Figuren bei aller Leichtfüßigkeit doch einiges zu schleppen haben, so leicht ihre Koffer auch sein mögen. 


tl;dr: Reisen mit leichtem Gepäck enthält zwölf sehr unterschiedliche Erzählungen, in denen schnörkellos und humorvoll die Unwägbarkeiten des Lebens und die Abgründe der Seele aufgedeckt werden.


Tove Jansson: Reisen mit leichtem Gepäck. Aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer. Urachhaus 2016, 188 Seiten. Originalausgabe unter dem Titel Resa med lätt bagage 1987 bei Schildts Förlags Ab, Helsinki.

Das Zitat stammt von S. 74.

Für die Frau von heute – „Cuca“ von Alfonsina Storni

Die Schriftstellerin Alfonsina Storni, die im Tessin geboren wurde und den größten Teil ihres Lebens in Argentinien verbrachte, ist im deutschsprachigen Raum so gut wie unbekannt. Das zu ändern hat sich Hildegard Keller nun mit ihrer „Edition Maulhelden“ zur Aufgabe gemacht. Für diese Edition übersetzt sie seit einiger Zeit Texte aus dem sehr abwechslungsreichen Werk Stornis. In Lateinamerika ist Storni vor allem für ihre Lyrik bekannt, sie schrieb aber auch für Zeitschriften. Literaturkritik gehörte dabei ebenso zu ihrem Repertoire wie Reisereportagen und Kurzgeschichten.

Cuca enthält eine Auswahl all dieser Gattungen. Den Beginn bilden einige sehr unterschiedliche Erzählungen. Storni verarbeitet darin sowohl ihre Erfahrungen als Lehrerin, als auch Reiseeindrücke wie die tiefe Freundschaft zu einer Vogelspinne namens Catalina, die im Hotelzimmer der Erzählerin lebt. Ein wiederkehrendes Thema ist auch die gehobene und eigentlich schon abgehobene „bessere Gesellschaft“ von Buenos Aires. Storni beweist darin eine genaue Beobachtungsgabe und einen kritischen, reflektierten Blick.  Andere Texte wie der über die titelgebende Dame namens Cuca sind surreal und phantastisch. In ihren „Zugfensterheften“ notierte Storni Eindrücke einer Reise, die sie von Buenos Aires an der Ostküste bis nach Traful an der Grenze zu Chile unternahm. „Die Distanzen: Das ist Argentiniens Feind“ konstatierte die Autorin irgendwo auf der letzten Etappe hinter Bariloche. Aber immerhin bescherte die lange Reise ihr Einblicke in das Land und seine Leute von der öden Pampa bis zum mondänen Badeort an den Ufern des Correntoso-Sees, dessen Reiz auch Storni sich nicht entziehen konnte: „Eiskaltes Wasser, strahlende Sonne, das Paradies.“

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Kurze Runde

Heute gibt es eine kurze Runde durch drei Bücher: in Dismatria schildert die Autorin Igiaba Scego ihre Rassismus-Erfahrungen in Italien, Jonathan Lethem erzählt in Alan, der Glückspilz von Alltäglichem wie Absurdem und Dilek Güngör befasst sich in Ich bin Özlem mit den Identitäts-Fragen einer Tochter türkischer Eltern.

Entwurzelt

Dismatria und weitere Texte von Igiaba Scego

Die Autorin Igiaba Scego ist in Italien als Journalistin, Schriftstellerin und Rednerin bekannt. Dabei  gilt ihr Interesse vor allem dem Kolonialismus und dem Rassismus. Scego wurde in Italien geboren, ihre Eltern stammen allerdings aus Somalia. Somalia ist für sie vor allem das Land ihrer Mutter, das ihr ewig verschlossen bleibt, ausgedrückt in dem von ihr geprägten Begriff „Dismatria“. Für Scego selbst ist ein Leben in Somalia keine Option, zugleich aber fällt es ihr schwer, in Italien Heimat zu finden. Im Freiburger nonsolo Verlag sind nun drei ihrer Texte in deutscher Übersetzung erschienen, ergänzt durch ein ausführliches Vorwort der Romanistin Martha Kleinhans. Einen wenig beachteten Blickwinkel bietet dabei vor allem der Text „Als die Italiener keine Weißen waren“, der sich mit Ressentiments gegenüber italienischen Einwander*innen in den USA befasst und erneut verdeutlicht, wie subjektiv und bar jeder objektiven Grundlage rassistische Konstrukte sind.

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Unbekannte Stimmen: „Mein Vietnam“

2017 rief das Goethe-Institut in Hanoi einen Wettbewerb ins Leben: vietnamesische Autor*innen, die bis dato wenig oder gar nicht veröffentlicht hatten, waren aufgerufen, Texte über Vietnam einzureichen. Aus mehr als 150 Einreichungen wurde die nun übersetzt vorliegende Auswahl getroffen.

Zehn Kurzgeschichten beschreiben das, was die Autor*innen als „ihr Vietnam“ verstehen. Auffallend viele der Texte kreisen um das Thema Familie, vor allem um die eher traditionellen Familienbilder. Einige der Geschichten bauen dabei eher auf humor- und liebevolle Erzählungen von charmanten Familienmitgliedern, andere werden brutaler, ernster und zum Teil beinahe surreal. So handelt beispielsweise die Geschichte „Brauchtum“ von Dang Thua Ha von einem Vater, der nach dem Tod seiner Frau verzweifelt versucht, das gemeinsame Kind zu retten. Nach dem Brauchtum des abgelegenen Dorfes müssen nämlich die Seelen von Mutter und Kind vereint werden, das Kind also mit der Mutter beerdigt werden. „Ein kleines Haus am Fluss“ von Nguyen Le Kim Yen hingegen beschreibt rührend die Beziehung eines westlichen Studenten, der ganz zufällig in einem winzigen Dorf landet und für eine Weile der Ziehenkel einer vereinsamten alten Frau wird.

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Von der Liebe zum Leuchtturm – Ray Bradburys Dinosaur Tales

Der US-amerikanische Schriftsteller Ray Bradbury, bekannt vor allem für seinen dystopischen Roman Fahrenheit 451, war ein begeisterter Dinosaurier-Fan. Einer Anekdote zufolge, die er auch selbst im Vorwort erwähnt, hielt er Dinosaurier sogar für das spannendste Thema der Weltgeschichte. Er hat nicht nur über Dinosaurier geschrieben, sondern auch am Film The Beast From 20.000 Fathoms mitgearbeitet, der sehr lose auf einer seiner Kurzgeschichten basiert.

Bradbury_DinosaurTales

Der Sammelband Dinosaur Tales beinhaltet alle Dinosaurier-Texte von Bradbury, die ursprünglich in verschiedenen Sammlungen erschienen sind. Sieben Texte sind es, zwei davon Gedichte, alle illustriert von bekannten Zeichnern wie William Stout, David Wiesner und Moebius. Alle Texte haben sehr viele Bilder, ohne wäre das Buch sicher noch viel schmaler. Optisch macht das aber eine Menge her. Zudem sind die Texte eine gelungene Mischung. Es kommt eine Zeitreise inklusive Dinosaurier-Jagd darin vor, eine Geschichte über einen Mann, der an einem Trickfilm-T-Rex verzweifelt und natürlich die Geschichte eines Jungen, der sich nichts mehr wünscht, als dass es wirklich Dinos gäbe auf der Welt. Mein Favorit war allerdings die Geschichte eines Tiefsee-Sauriers, der sich in das einsame Rufen eines Nebelhorns verliebt und nicht verstehen kann, warum der Leuchtturm seine Gefühle nicht erwidert.

„I’ll make me a sound and an apparatus and they’ll call it a Fog Horn and whoever hears it will know the sadness of eternity and the briefness of life.“

Dinosaur Tales versammelt sicher nicht Bradburys beste und tiefschürfendste Prosa. Aber das ist ja auch gar nicht der Punkt. Dinosaur Tales versammelt Bradburys Prosa über Dinosaurier und das ist ein sehr sympathisches Thema für eine Kurzgeschichtensammlung. Bradburys Geschichten lesen sich, als habe das Staunen des Autors über die riesigen Echsen niemals aufgehört. Und wie sollte es auch?


Ray Bradbury: Dinosaur Tales. ibooks 2003. 144 Seiten.

Das Zitat stammt von S. 102.

Liebe in Zeiten des Umbruchs – Kathleen Collins „Nur einmal“

Als die Filmemacherin Kathleen Collins 1988 starb, fand ihre Tochter im Nachlass etliche handschriftlich verfasste Texte. Sie war nicht in der Lage, sich damit näher zu befassen, nahm die Texte aber mit und verstaute sie in einer Truhe, die erst als Couchtisch diente und dann im Keller verschwand. Erst rund 20 Jahre nach dem Tod von Kathleen Collins sichtete ihre Tochter den Fund genauer und entdeckte neben einigen Theaterstücken eine Sammlung von Kurzgeschichten, die in den 60er-Jahren entstanden waren. Kathleen Collins war damals sehr aktiv in der Bürgerrechtsbewegung und kämpfte für eine gerechtere Gesellschaft. Dieser Geist schwingt in allen ihren Texten mit.

Diese Zeit verlangt nach einer bildgewaltigen Metapher, denn wir tauchen hinab in die legendären Abgründe Amerikas… dort, wo man sich die Nase am groben Sand der Illusion aufschürt und blutend wieder auftaucht.

Die Kurzgeschichten sind aber nicht in erster Linie politischen Inhalts, wenn auch die Bürgerrechtsbewegung immer eine Rolle spielt. Wie der Originaltitel der Sammlung Whatever Happened to Interracial Love? ahnen lässt, geht es in ihren Texten aber vor allem um zwischenmenschliche (Liebes)Beziehungen. Sie beschreibt eine Zeit und eine Atmosphäre, in der gesellschaftliche Grenzen (zumindest scheinbar) mit ungeheurer Geschwindigkeit erweitert wurden. Dabei steht immer die Frage im Raum, wie sehr die gesellschaftlichen und politischen Umstände bis in die tiefste Privatsphäre dringen können, ob man das verhindern kann und ob man das will. Eine ihrer Protagonistinnen lässt sie mit großer Begeisterung erkennen, dass es nun plötzlich nicht mehr nur möglich ist, einen schwarzen Arzt oder Anwalt zu heiraten, sondern auch einen Lastwagenfahrer oder – ein Gedankenexperiment ungeheurer Brisanz – sogar einen Weißen. Doch trotz aller Aufbruchstimmung ist die Hautfarbe in allen Geschichten noch immer die eine große Determinante. Sie ist nicht aus der Welt zu schaffen, trotz aller Bemühungen und Fortschritte bleibt sie ein für alle sichtbarer Faktor, der tiefe Gräben zieht. Der Kampf um Gleichberechtigung bringt einige von Collins Figuren in Gefahr und lässt viele verzweifeln. Zu groß und zu weit entfernt scheint das Ziel zu sein.

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Bremen liest – die erste Bremer Literaturnacht

Bremen ist jetzt sicher nicht der erste Ort, der einem als literarische Hochburg einfallen würde. Tatsächlich hat die Stadt weder berühmte Autoren noch große Verlage aufzuweisen, wenn man mal von Sven Regener absieht. Das hält die vorhandene literarische Szene aber nicht davon ab, immer wieder spannende Projekte auf die Beine zu stellen.

Nun haben das Literaturkontor Bremen das Verlagskontors Wellenschlag die erste Literaturnacht veranstaltet. In 14 zumeist innenstadtnahen Buchhandlungen und Verlagshäusern traten 40 verschiedene AutorInnen aus der Region auf, die in Lesungen ihre Texte vorstellten. Die einzelnen Veranstaltungen waren dabei jeweils so kurz gehalten, dass man zwischendrin den Ort wechseln konnte, um möglichst viele interessante AutorInnen erleben zu können. Bleiben war natürlich auch erlaubt und der Eintritt zu allem kostenlos. Umso netter, dass es noch dazu Getränke aufs Haus gab. Zumindest in den beiden Häusern die ich besucht habe, weiter kamen wir nämlich gar nicht.

Unser Abend begann in der Buchhandlung Sieglin, wo Béatrice Hecht-El Minshawi Auszüge aus ihrem bei Springer erschienen Buch Muslime in Beruf und Alltag las. Sie folgte dabei dem Leitgedanken, dass Menschen muslimischen Glaubens schon lange fester Bestandteil der deutschen Gesellschaft sind und versucht, Unwissen und Missverständnisse im alltäglichen Umgang abzubauen. Wären wir bei Sieglin geblieben, hätten wir noch Gedichte über das Meer von Sabine van Lessen hören können und eine satirische Lesung des Liedermachers Hans-Martin Sänger. Uns zog es aber ein paar Straßen weiter zum Text- und Verlagskontor Wellenschlag, dessen Mitarbeiterinnen ja auch maßgeblich an der Organisation des Abends beteiligt waren.

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Christopher Ecker: Andere Häfen

Als vor einigen Monaten der Mitteldeutsche Verlag ankündigte, im Herbst einen Band mit Erzählungen von Christopher Ecker zu veröffentlichen, war ich zumindest skeptisch. 87 Kurzgeschichten auf guten 200 Seiten? Klingt hart. Ist auch hart. Mein Lieblingsbuch von Christopher Ecker (und eines meiner Lieblingsbücher überhaupt) ist der über 1000 Seiten dicke Fahlmann und Ecker wäre nicht der erste Autor, der fantastische Romane aber gnadenlos blöde Kurzgeschichten schreibt. Nicht selten hört man ja, die wahre Qualität eines Autors ließe sich an den „Kleinen Formen“ messen.

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Ecker würde diese Qualitätsprüfung problemlos bestehen. Die Texte in diesem Buch unter einem Begriff zu subsumieren, ist eigentlich nicht möglich. Ich hatte gehofft, der Verlag würde „Kurzgeschichten“ unter den Titel schreiben oder „Erzählungen“. Hat er aber nicht. Kurze Texte sind es also. Einige dieser kurzen Texte sind wirklich klassische Kurzgeschichten, sowohl in Aufbau und Länge. Einige der Texte sind extrem kurz und bringen es kaum auf eine Seite, sind also eher Microfiction. In manchen Texten passiert auch so wenig, dass es eher Bilder als Erzählungen sind, vielleicht sogar Vignetten. Zum Glück kann Ecker so gut schreiben, dass die paar Sätze ausreichen, um Szenerien und Charaktere zu erschaffen, um Absurdität und Hoffnungslosigkeit auszudrücken. In vielen Texten ist es dann auch das Ausgelassene, das nicht Gesagte, was einen kalt erwischt und völlig umhaut.

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Carlos Fuentes: Happy Families

„Loving means not talking about love“ happyfamilies

Die an Tarotkarten erinnernden Bilder auf dem Cover scheinen schon daraufhin zu deuten – Familie ist Schicksal. Sie ist die Vorsehung, der man nicht entkommen kann, ob man nun will oder nicht. Und sie ist die kleinste Scherbe des Spiegels der Gesellschaft, ein Mikrokosmos, in dem man jedes Detail des Gesamtbilds wiederfinden kann.

Fuentes erzählt in seinen Kurzgeschichten von sechzehn Familien, die vor allem ihr Unglück gemeinsam haben. An irgendeinem Punkt scheitern in diesem Buch alle Familien. Söhne, die sich gegen ihre Väter auflehnen, Töchter, die durch ihre despotischen Väter in lebenslanges Unglück gestürzt werden, ein Mann, der sich in die falsche Frau verliebt.

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Molly Antopol: Die Unamerikanischen

Antopol_24771_MR1.inddDie Unamerikanischen ist Antopols Debüt und eine Sammlung von Erzählungen. Was sie alle gemeinsam haben, ist die große Einsamkeit ihrer Protagonisten. In ihren Partnerschaften, ihren Familien, in den USA, in ihrer Heimat.

Ein stolzer und mutiger Partisanenführer emigriert in die USA und ist von da an aufgrund seiner mangelnden Sprachkentnisse fast völlig auf seine Frau angewiesen. Der Besitzer einer Wäscherei verliebt sich Hals über Kopf in eine Ukrainerin. Seine Großeltern kamen aus diesem Land, an das ihn nur sein Nachname erinnert, trotzdem sieht er eine Verbindung zu der schönen Frau, die eines Tages in seinem Geschäft steht. Dass sie viel mehr an Kiew als an den USA und an ihm hängt, erkennen beide zu spät. Ein Mann wird aus dem Gefängnis entlassen und sieht endlich seinen Sohn wieder. Er will das gemeinsame Wochenende zu einem unvergesslichen Erlebnis machen – gar nicht einfach mit 22 $ in der Tasche.

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