Henning Ahres: Lauf Jäger lauf

Zorrow reist mit dem Zug nach Nillberg, als er beim Blick aus dem Fenster einen Fuchs sieht. Einem Impuls folgend, stoppt er den Zug per Notbremse und rennt, sein Gepäck zurücklassend, dem Tier hinterher. Schnell verliert er sich in der eintönigen Landschaft und sein Plan, die Reise nur kurz zu unterbrechen, wird von einer Gruppe Widergänger vereitelt, die ihn gefangen nehmen und in das von ihnen bewohnte Gutshaus schleppen. Die Widergänger, von Zorrow einmal auch Wiedergänger genannt, verstecken sich hier vor ihrem Erzfeind Erk, der Flügel hat und mit Feuer schießen kann. Sie sind sich sicher, dass dieses Wesen sie töten will und vermuten in Zorrow einen Spitzel.

„Ein Trottel. Den Zug zu stoppen, um einem Fuchs hinterherzulaufen. Was führt er im Schilde?“

Gerettet wird er durch die Intervention des Malers, der Anführer der Gruppe ist. Er ist auch der einzige, der den mysteriösen Nebel in der Nähe des Hauses betreten kann und darf. Dafür, dass der Maler auf seiner Seite steht, muss Zorrow ihm in geborgten Frauenkleidern sexuell zu Diensten sein, was ihm sehr unangenehm ist, vor allem da häufig ein Revolver Anwendung findet und er schließlich einen Schneidezahn verliert. Die Existenz von Nillberg bestreiten die Widergänger vehement und das Ticket, das mal ein Beweis für Zorrows Vorhaben war, ist verbrannt. Vermutlich wäre es aber ohnehin nicht von Nutzen, denn Schriftstücke haben in diesem Roman die unangenehme Angewohnheit, sich unerklärlich zu verändern. Und nicht nur Schriftstücke können das. Sein Ziel, aus seinem bisherigen Leben auszubrechen, hat Zorrow aber jedenfalls umsetzen können.

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