Jean-Paul Sartre: Der Ekel

Der Ekel, 1938 erschienen, ist Sartres erster Roman. Heute gilt er als eines der Standardwerke des Existenzialismus. Das klingt groß und kompliziert und sperrig – ist es aber nicht. Tatsächlich ist es ein sehr lesbarer, geradliniger und über lange Strecken sogar sehr unterhaltsamer Roman, den ich in nur wenigen Tagen gelesen habe.

„Ich fragte mich für einen Augenblick, ob ich die Menschen nicht lieben könnte.“

Der Roman handelt von Antoine Roquentin, der nach langen Reisen in die (fiktive) französische Stadt Bouville gekommen ist, um dort an seinem Buch über den Marquis de Rollebon zu arbeiten. Er lebt einsam und zurückgezogen, worunter er manchmal leidet. Allerdings ist es ihm auch fast nicht möglich, Kontakt zu anderen Menschen aufzubauen. Er fühlt sich nicht als Teil der Masse und empfindet oft sogar Ekel, wenn er in Gesellschaft ist. Allerdings weniger vor den Menschen selbst als vor der Existenz an sich und der Existenz die diese Menschen führen, so wie er selbst auch.

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Gary Cox: How to Be an Existantialist

Der Existentialismus und ich kennen uns von früher. Als ich 17 oder 18 war fand ich die Idee ungeheuer faszinierend. Zumindest das, was ich davon mitbekam und verstand, ein Bruchstück also. In meinem Religionsbuch war ein Auszug aus Das Sein und das Nichts von Sartre in dem es, grob zusammengefasst, darum ging, dass man so gut wie immer eine Wahl habe, dass auch ein Soldat mit Schießbefehl eine Wahl habe, im Zweifel Fahnenflucht oder Selbstmord. Ich beschloss, Das Sein und das Nichts zu lesen, sah wie viele Seiten es hat und beschloss alternativ drei wahllose Sartre-Texte im Internet zu lesen. Ich verstand sie nicht, las noch halbherzig ein bisschen Camus und das war es dann erstmal.

So ganz losgelassen hat es mich aber über die Jahre nicht und so habe ich als einfachen Einstieg erstmal How to Be an Existentialist or How to Get Real, Get a Grip and Stop Making Excuses gelesen.

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