By a lady – Anmerkungen zu Austens Romanen anlässlich ihres 200. Todestages

200 Jahre sind seit dem Tod Austens vergangen. Viele betrachten sie heute vor allem als Autorin von romantischen Liebesschnulzen, in denen viel getanzt wird und der Höhepunkt der Spannung erreicht ist, wenn eine Dame in einem plötzlich einsetzenden Platzregen nass wird.

„It is a truth universally acknowledged, that a single man in possession of a good fortune must be in want of a wife“ – der erste Satz aus Pride and Prejudice ist wohl ihr bekanntestes Zitat und gibt scheinbar den Ton ihres gesamten Werkes vor. Mr. Darcy, dieses Sinnbild ritterlicher Brautwerbung und romantischer Liebe, ist ihr beliebtester Charakter. Bälle, Landpartien, Liebe, das ist der Stoff, aus dem ihre Romane gemacht sind, bei denen vor allem junge Frauen seufzend dahinschmelzen und deren Verfilmungen sich nur mit mehreren Packungen Taschentüchern ansehen lassen. Das stimmt so natürlich nicht ganz.

Besonders wer nur die Filme kennt, wird möglicherweise ein völlig falsches Bild von Austens Romanen haben, auch wenn ich Keira Knightley als Elizabeth Bennet ebenso mochte wie Gwyneth Paltrow als Emma. Von Clueless wollen wir hier gar nicht anfangen! In den Romanen wird zwar mindestens so viel geseufzt wie in den Filmen, es stehen aber weitaus seltener Frauen pittoresk in Landschaften herum und auch wenn Bälle gesellschaftliche Anlässe von großer Bedeutung sind, nehmen sie nicht so viel Raum ein, wie in vielen Verfilmungen.

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Romantischer Austen-Kitsch im Jahr 2017, hier käuflich zu erwerben bei etsy. You’re better than this, Jane!

Austens schriftstellerische Tätigkeit und ihre Romane waren, im zeitlichen Kontext betrachtet, ziemlich gewagt. Allein schon die Tatsache, dass eine Frau überhaupt Romane schreibt, war ziemlich undenkbar. Kein Wunder, dass Austen nicht unter ihrem eigenen Namen sondern als ‚by a lady‘ veröffentlichte. Ihre Werke entstanden in der Zeit des Regency, die von sehr festen sozialen Strukturen und komplizierten Verhaltensregeln geprägt war, zumindest in den gesellschaftlichen Bereichen, in denen Austen sich aufhielt und denen auch ihre Romane spielen. Das Ziel eines jeden jungen Mädchens musste es sein, möglichst jung und vorteilhaft zu heiraten. Die Auswahl denkbarer Kandidaten unterlag natürlich strikten Regularien. Auch Austens beliebte Protagonistin Emma im gleichnamigen Roman denkt in diesen Kategorie, als sie Harriet mit Nachdruck davon abrät, den unwürdigen Mr. Martin zu heiraten. Am Ende aber muss sie einsehen, wie falsch sie mit ihrer Einschätzung liegt. Denn was am Ende zählt, und da sind wir wieder bei der Romantik, ist die Liebe. Heirat aus Liebe und aus freier Wahl aber war zur Zeit des Regency kein Kitsch sondern ein wagemutiges und geradezu revolutionäres Konzept, war eine Ehe doch vor allem aus wirtschaftlichen Gründen interessant und nicht selten von den Eltern zumindest eingefädelt.

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Ein Porträt Jane Austens, gezeichnet von ihrer Schwester Cassandra. Heute in der National Portrait Gallery.

Austen selbst hatte einen Heiratsantrag erst angenommen, die Verlobung dann aber fast sofort wieder gelöst. Gesellschaftlich war das völlig unmöglich. Ebenso unmöglich verhalten die Frauen in ihren Büchern sich, wenn sie lohnende Heiratsanträge ausschlagen, nur weil sie den Mann nicht mögen. Natürlich heiraten sie am Ende dann doch alle, ein anderes Happy End ist für sie eigentlich undenkbar. Denn eine echte Unabhängigkeit war für eine Frau in dieser Zeit im Grunde nicht möglich. Zumindest in besseren Kreisen gingen Frauen nicht arbeiten und wurden auch gar nicht auf eine mögliche Berufstätigkeit vorbereitet. Wer nicht vom Ehemann leben konnte, war auf Väter und Brüder angewiesen. Bedauernswert sind da die alten Jungfern, die oft ein wenig verschroben sind und mit älteren Verwandten leben müssen. Eine mögliche Ehe auszuschlagen war also mit einem hohen Risiko verbunden – wer weiß, ob so ein Angebot nochmal kommt? 2017 ist es kein gewagtes Unterfangen mehr, lieber allein zu leben als mit einem schrecklichen Mann, zu Austens Zeiten sah das anders aus.

Die Frauenfiguren, die Austen schafft, sind für ihre Zeit sehr detailliert und differenziert. Erwartet wurde von Frauen entsprechender Kreise dass sie unterwürfig, anschmiegsam, bescheiden und duldsam sein sollten. Austens Protagonistinnen hingegen sind fordernd, klug und widersprechen sogar gelegentlich. Das allerdings immer in den engen Schranken dessen, was ihnen möglich ist, ohne mit jeder gesellschaftlichen Norm zu brechen. Echte Outlaws sind sie nicht mit ihren Hauben und Bändern und Empire-Kleidern. (Außer in Pride and Prejudice and Zombies was eine immens unterhaltsame und gelungene Adaption ist, auch wenn man eigentlich nur Albernheit erwartet).

In einigen ihrer Romane ist Austen auch wirklich richtig witzig, das wird leider oft übersehen. Sie selbst sah die Gesellschaft ihrer Zeit offenbar recht kritisch und machte in ihren Romanen keinen Hehl daraus. Besonders in Northanger Abbey gibt es dazu einige sehr schöne Passagen. Es ist einer ihrer weniger bekannten Romane und dreht sich um die sehr junge Protagonistin Catherine, die das erste mal ohne Eltern in Bath weilt und noch Schwierigkeiten hat, sich in der illustren Gesellschaft zurechtzufinden. „But Catherine did not know her own advantages—did not know that a good-looking girl, with an affectionate heart and a very ignorant mind, cannot fail of attracting a clever young man, unless circumstances are particularly untoward.“ Im gleichen Kapitel kommt sie zum Schluss „A woman especially, if she has the misfortune of knowing anything, should conceal it as well as she can.“ (Beide Zitate aus Kapitel 14). Eine Frau soll also so blöd wie nur möglich sein und wenn sie das unwahrscheinliche Unglück hat, doch smart zu sein, versteckt sie diese Gabe lieber. Das ist naürlich auch eine ironische Überzeichnung der gesellschaftlichen Realitäten. Aber nicht so weit daran vorbei. Austen ist oft ironisch bis sarkastisch und wenn man darauf achtet, lesen ihre Texte sich eher als beißende bis amüsante Gesellschaftskritik denn als tänzelnde Liebesgeschichte. Sehr deutlich wird dies auch in den Einführungen ihrer Charaktere. Nahezu immer erwähnt sie in den ersten Sätzen über eine Figur Besitz und Einkommen, denn nichts wird so sehr über das Schicksal der Personen entscheiden, wie diese Fakten. Ob man dann nett oder ehrlich oder sonstwas ist – was soll’s.

Ich halte übrigens auch „Clueless“ sehr ernsthaft für eine gelungene Emma-Adaption, weil dieser Film begreift, worum es geht. Die Regeln der Regency-Zeit waren, wenn man sie heute betrachtet, nicht weniger absurd als die sozialen Regeln einer amerikanischen Highschool, die Gespräche und Landpartien dieser Zeit und Gesellschaft nicht tiefgründiger als Cher und Dionnes Ausflüge in die Mall. Und die beiden Protagonistinnen spielen beim Flirten ja auch nicht gerade die Intelligenz-Karte. Und am Ende siegt die Liebe. Verzickt!

Also anlässlich des 200. Todestages von ‚a lady‘: Lest mal Austen. Nehmt sie nicht so ernst, lest mal an der Liebesgeschichte vorbei und entdeckt das großartige Kasperletheater hinter den rauschenden Bällen und sehnsüchtigen Seufzern. Es lohnt sich. Habt Spaß!

Und von den Doubleclicks lernen wir jetzt noch ein paar wichtige Dinge über Mr. Darcy, denn „not every asshole has a heart of gold.“

 

Sarah Waters: Fingersmith

Susan Trinder wächst in den 1860ern in London auf. Sie lebt südlich der Themse, in der Lant Street, einer der düstersten und fiesesten Ecken der Stadt. Ihre Mutter ist als Mörderin gehängt worden, von ihrer Ziehmutter lernt sie vor allem Stehlen und Betteln.

SarahWaters_FingersmithEines Tages taucht Mr Rivers in der dunklen Behausung auf und macht Susan ein verlockendes Angebot. Er hat ein Auge auf Maud Lilly geworfen, eine junge Dame aus gutem Haus, die eine Menge Geld erbt, wenn sie heiratet. Susan soll nun Zofe und Vertraute von Maud werden, letztere von einer Heirat mit Mr Rivers überzeugen und anschließend helfen, sie schnellstmöglich ins Irrenhaus zu bringen. Für sie selbst springt dabei ein ganz ordentlicher Anteil am Erbe raus, ordentlicher auf jeden Fall als alles, was sie sich in ihrem Leben erträumt hätte.

Ohne große Gewissensbisse macht Susan sich also auf nach Buckinghamshire, wo die naive und ahnungslose Maud Lilly zusammen mit ihrem wunderlichen Onkel im trostlosen, abgelegenen Haus Briar lebt, das seinen ehemaligen Glanz schon lange verloren hat. Das schüchterne Mädchen in Mr Rivers Arme zu treiben, verspricht ein leichtes Unterfangen zu werden.

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Ali Smith: The Accidental

Die Familie Smart macht Urlaub in Norfolk. Die Gegend ist langweilig, das Haus abgewohnt, aber es wurde mit einem Gartenhaus beworben, in dem Mutter Eve in Ruhe an einem ihrer historischen Bücher schreiben will. Leider ist das Gartenhaus nur ein Schuppen mit Fenstern, und das ist nur die erste Enttäuschung. Tochter Astrid steckt tief in der Pubertät und ihr Bruder Magnus in einer Depression, weil er sich als verantwortlich für den Selbstmord einer Mitschülerin sieht. Vater Michael langweilt sich zu Tode und sehnt sich nach seiner aktuellen Affäre, die er nur manchmal in London besuchen kann.

Auf einmal steht Amber vor der Tür. Sie entschuldigt sich für die Verspätung, ihr Wagen habe eine Panne gehabt. Michael nimmt an, Amber wolle Eve besuchen, möglicherweise ein Interview über ihre Bücher führen. Eve nimmt an, Amber sei eine der Studentinnen, mit denen ihr Mann permanent schläft. Dreist, sie ins familiäre Feriendomizil einzuladen, aber auch nicht sehr überraschend. Niemand spricht darüber, niemand weiß, wer Amber ist. Sie bleibt.

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Neil Gaiman: Der Ozean am Ende der Straße

Der namenlose Erzähler wächst auf als unglückliches Kind reicher Eltern in einer sehr ländlichen Gegend in England. Er ist in in etwa sieben Jahre alt, als die Geschichte beginnt. Eines abends taucht ein Opalschürfer aus Südafrika im Haus seiner Eltern auf, überfährt bei der Ankunft das geliebte Kätzchen des Erzählers und stiehlt im Verlauf der Nacht das Auto des Vaters um am Ende der Landstraße darin Selbstmord zu begehen.

Bei dieser Gelegenheit lernt der Erzähler die elfjährige Lettie kennen. Sie wohnt mit ihrer Mutter und ihrer Großmutter auf einem Hof ganz am Ende dieser Straße. Dem Erzähler zeigt sie das größte Wunder auf ihrem Grundstück: einen ganzen Ozean, der auf den ersten Blick nur ein Ententeich zu sein scheint. Aber Lettie behauptet, über diesen Ozean erreiche man andere Welten und auch sie sei eines Tages über dieses Wasser gekommen. Die drei Frauen scheinen weit mehr zu sein als einfache Bäuerinnen. Sie haben ganz besondere Fähigkeiten und wissen von mysteriösen Dingen, die weit über das hinausgehen, was der Erzähler für möglich hält.

NeilGaiman_DerOzeanAmEnde

Er wird hineingezogen in ein unglaubliches Abenteuer und schon bald muss er sich mit Letties Hilfe gegen die gruselige Haushälterin Ursula zur Wehr setzen, die seine ganze Familie bedroht. Und die merkt nicht einmal etwas davon und schwärmt stattdessen von den fantastischen Kochkünsten der Frau.

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Essen aus Büchern: Muffins aus Virginia Woolfs „Orlando“

Orlando erlebt im gleichnamigen Roman mehr als drei Jahrhunderte, darunter auch das 19., in dem Muffins besonders populär sind. Nicht die nette, fluffige Art Kuchen mit Blaubeeren und Schokolade,  sondern sehr vernünftiges, bodenständiges Brot, das aussieht wie das, was man hier als Toasties kaufen kann und vor allem zum Frühstück gegessen wird. Gegessen hab ich Muffins schon öfter und ich mag sie auch sehr gern, nur bin ich noch nie auf die Idee gekommen, selbst welche zu backen.

Der Name geht wohl auf das Französische „moufflet“, „weich“ zurück. Um Verwechslungen zu vermeiden wird die hier gebackene Variante außerhalb Großbritanniens oft auch als „English Muffin“ bezeichnet. Die deutlich süßeren und höheren Kuchen wurden in den USA entwickelt.

Zum Verzehr sei gesagt, dass man die Muffins offenbar nicht schneiden darf sondern mit einer Gabel oder mit den Fingern aufspaltet, was ich mein Leben lang falsch gemacht habe. Das Schneiden, so steht es im Oxford Companion to Food, macht die Muffins schwer, während die Gabel-Methode in Kombination mit Butter dazu führt, dass das Innere „wie eine Honigwabe“ wird, so zumindest versprach es Hannah Glasse 1747.

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Virginia Woolf: Orlando

Am Cover meiner Ausgabe lässt der Titel sich nicht mehr erkennen. Es war ein großer rosa Aufkleber drauf, den musste ich natürlich abknibbeln und sehen, was drunter ist. Eine sehr suggestive Blume, aber kein Titel mehr.

„she was man; she was woman; she knew the secrets, shared the weaknesses of each.“

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Orlando wird als Sohn eines reichen englischen Adeligen geboren, als noch Elizabeth I regiert. Er ist ein außergewöhnlich schöner, eleganter und talentierter Junge und weckt so das Interesse der Königin. Sie ruft ihn an den Hof, verleiht ihm Titel und Ämter und liebt ihn, doch als er ein junges Mädchen küsst, ist es vorbei mit der guten Beziehung.

Im Winter des Großen Frosts lebt er wieder am Hof, nun unter James I, und lernt dort Sasha kennen, eine junge Russin, von der er sofort verzaubert ist und mit der in Russland leben will. Doch sie bricht sein Herz. Noch dazu macht sich ein anerkannter und von ihm bewunderter Dichter über seine Lyrik lustig und als ihm eine gänzlich unattraktive Erzherzogin nachstellt, reicht es ihm endgültig und er lässt sich, mittlerweile von Charles II, als Botschafter in die Türkei senden.

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Jasper Fforde: First Among Sequels (Thursday Next V)

„Reading, I had learned, was as creative a process as writing, sometimes more so.“

Der hier besprochene Roman ist Teil V der Thursday Next-Reihe. Wer noch überhaupt nichts über die Reihe weiß, findet einen knappen Einstieg bei wikipedia oder eine absurde Menge Material auf der Homepage des Autors.

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Jetzt aber zum Buch: 14 Jahre sind seit Thursdays letztem Fall vergangen. Sie ist nun etwas gesetzter, verheiratet und hat drei Kinder und betreibt, statt in der Buchwelt für Recht und Ordnung zu sorgen, eine Teppichfirma. Natürlich nicht. Die Firma ist nur eine mehr oder weniger raffinierte Deckung dafür, dass sie, Ex-LitAgs-Partner Bowden und Dämonen-Experte Spike noch lange nicht mit ihrer SpecOp-Tätigkeit abgeschlossen haben. Um eine Firma zu finanzieren, die eigentlich nie Aufträge hat, verkauft Thursday illegal eingeführten walisischen Käse an englische „Cheeseheads“ , die bereit sind horrende Summen für stinkigen Käse zu zahlen.

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Shakespeare: The Merchant of Venice – Howard Jacobson: Shylock Is My Name

Shylock Is My Name ist der zweite Teil der Hogarth Shakespeare-Reihe und zugleich ein Zitat Shylocks aus dem Stück „The Merchant of Venice“, auf deutsch „Der Kaufmann von Venedig“. Das Stück wird oft für seinen ziemlich unverhohlenen Antisemitismus kritisiert und sehr unterschiedlich interpretiert. Einige Interpreten unterstreichen, dass auch der Jude im Stück ein gleichberechtigter Mensch sei, andere sind der Ansicht, Shylock habe einfach die Rolle des Bösewichts, des „Vice“, seine Boshaftigkeit habe also gar nichts mit dem Judentum zu tun. Wieder andere finden, Shylock sei nicht grausamer Täter sondern vielmehr das Opfer in der ganzen Angelegenheit. Aber worum geht es denn eigentlich? Grob zusammengefasst ist das hier die Story:

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Alan Bennett: The Lady in the Van

alanbennett_theladyinthevan.jpg„For the first few years of her sojourn in the garden I would try and explain to mystified callers how this situation had arisen, but after a while I ceased to care, and when I didn’t mention it nor did anyone else.“

Alan Bennetts Bücher sind so britisch, wie Bücher sein können. Die skurrile Erzählung um Miss Shepherd bildet da keine Ausnahme.

Es ist die wahre Geschichte einer Frau, die in einem Lieferwagen in Alan Bennetts Straße im Londoner Viertel Camden Town lebte. Als er sich 1969 das erste mal mit ihr unterhält, lebt sie schon fast fünf Jahre in ihrem Van, betrachtet es aber noch immer als eine vorübergehende Lösung. Bennett begegnet Miss Shepherd auch vor der Bank, wo sie katholische Traktate über den Heiligen Franziskus vertreibt, der das Geld von sich geworfen habe. Die Bewohner von Haus Nr. 63, vor dem Miss Shepherd nun schon seit einigen Monaten lebt, erwirken eine Verfügung, die das dauerhafte Campieren in dem Wohnviertel untersagt. Von nun an findet Miss Shepherd keine Ruhe mehr. Betrunkene klopfen nachts an ihren Wagen oder werfen Flaschen dagegen und obwohl sie selbst den bedauernswerten Geschöpfen, die versehentlich zu viel getrunken haben, gerne verzeiht, fürchtet Alan Bennett um ihre Sicherheit und seinen ruhigen Schlaf. Also bietet er ihr an, für ein paar Tage, bis sich ein besserer Stellplatz oder eine andere Lösung gefunden hat, den Van in seinem kleinen Garten abzustellen. Es wird bis 1989 dauern.

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Shakespeare: The Winter’s Tale – Jeanette Winterson: The Gap of Time

Bevor ich mit Wintersons A Gap of Time, dem ersten Teil des Hogarth-Projekts, angefangen habe, wollte ich erst nochmal die Vorlage, „The Winter’s Tale“ lesen. Es ist wirklich, wirklich lange her, dass ich zuletzt Shakespeare gelesen habe und gerade dieses Stück habe ich sogar nie zuvor gelesen. Es ist eines seiner unbekannteren und wird verhältnismäßig selten gespielt. Tatsächlich ist die Story auch etwas merkwürdig. Anscheinend war der Titel für ein zeitgenössisches Publikum Hinweis genug, dass es sich hier um eine etwas verschrobene Geschichte mit Happy End handelt. Das also passiert:

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