Heinz Helle: Eigentlich müssten wir tanzen

Fünf Männer verbringen das Wochenende auf einem Berg. Sie kennen sich seit Kindertagen, heute sind sie erfolgreiche Architekten, Anlageberater, P1-VIPs. Einmal im Jahr fahren sie zusammen auf eine Hütte in den Bergen und versuchen, an die glorreichen alten Zeiten anzuknüpfen. Dass sie nicht mehr so eng sind wie früher, weniger trinkfest, verkrampfter im Umgang miteinander, ist ihnen allen klar, aber sie fahren halt doch. Am letzten Morgen brennt das Dorf unter ihnen im Tal. Als sie unten sind stellen sie fest: nicht nur das Dorf brennt, sondern die ganze Welt. Zumindest der Teil, den sie überblicken können. Während sie oben waren, hat unten etwas oder jemand schrecklich gewütet. Ausgebrannte Autos, verendete Tiere, aufgedunsene Leichen am Seeufer.

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Der Roman ist nicht lang, aber so dicht und atmosphärisch, dass es in Teilen an Horror grenzt. Ich habe Albträume bekommen von diesem Buch. Die Männer quälen sich durch das verschneite Alpenvorland, ohne zu wissen, was passiert ist, ob auch eine Gefahr für sie besteht, vor allem aber ohne irgendeine Ahnung, ob die Zerstörung irgendwo endet, ob am Ende nicht die ganze Welt in Schutt und Asche liegt. Ob es nicht besser ist, sich einfach gleich umzubringen.

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Allgemeines zum Deutschen Buchpreis anlässlich der Shortlist

Heute ist die Shortlist des Deutschen Buchpreises veröffentlicht worden. Ich will zu dieser Liste selbst gar nicht viel zu sagen, blogtechnisch ist der Preis nämlich großflächig abgedeckt und gelesen hab ich auch nichts davon. Eine Vorstellung der sechs „offiziellen“ Blogs, die über den Preis berichten, findet sich u.a. bei lustauflesen. Weitere  BloggerInnen haben sich für den Buchpreisblog zusammengetan und berichten dort über die Nominierten.

Außerdem finde ich, muss ich ja zugeben, den Deutschen Buchpreis nicht besonders aufregend. Das liegt zum einen sicher daran, dass ich eher an der englischsprachigen Literatur hänge. Man kann der deutschsprachigen Literatur nun wirklich keine mangelnde Qualität vorwerfen, mir aber vermutlich ein mangelndes Interesse. Von der Longlist sprechen mich in der Regel nur extrem wenige Titel an, sehr selten lese ich dann auch mal was davon. Letztes Jahr hat ja der manisch-depressive Teenager mein Herz erobert und es hat mich wirklich sehr gewundert, dass das auch der (völlig verdiente) Siegertitel war. Übrigens möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass es dieses grandiose Werk jetzt im Taschenbuch gibt.

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Deutscher Buchpreis 2015 für Frank Witzel

rafrank Witzel bekommt den Deutschen Buchpreis für den manisch-depressiven Teenager. Absolut und 100% verdient. Das ist der Punkt, an dem ich zugeben muss, dass das mehr ist, als ich dem Deutschen Buchpreis jemals zugetraut hätte. Ich hatte mit was verkäuflicherem gerechnet und war mir eigentlich sicher, dass Erpenbeck das Rennen macht – so sicher, dass ich schon einen Stapel eingekauft hatte.

Nun ist es aber eben Witzel und ich freue mich wie selten für einen Gewinner-Titel. Weil es tatsächlich meiner Meinung nach die beste deutschsprachige Neuerscheinung des Jahres ist, vielleicht der letzten drei.

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Shortlist Deutscher Buchpreis 2015

Ja, es ist schon ein paar Tage her, dass die Shortlist bekannt gegeben wurde, da war ich aber gerade im Urlaub und am deutschen Literaturbetrieb herzlich uninteressiert. Nun bin ich wieder da und freue mich erneut sehr, sehr, sehr für den manisch-depressiven Teenager. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass das Buch es auf die Shortlist schafft, weil es zu dick, zu teuer und zu kompliziert ist, sowas kauft ja niemand. Überhaupt hätte ich mit einer völlig anderen Shortlist gerechnet und lag mit meinem Tipp in diesem Jahr grandios daneben und war viel näher an der Shortlist der Buchpreis-Blogger. Um zum Punkt zu kommen – die Shortlist sieht dieses Jahr so aus:

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Longlist Deutscher Buchpreis 2015

Auch wenn der Deutsche Buchpreis blogtechnisch bereits bestens betreut wird, möchte ich an dieser Stelle auch nochmal darauf hinweisen, dass heute die Longlist des Deutschen Buchpreises veröffentlicht wurde.

Dieses Jahr hab ich immerhin ganze zwei davon gelesen und freue mich sehr für den manisch-depressiven Teenager, weil es möglicherweise tatsächlich die beste deutschsprachige Neuerscheinung des Jahres ist. Zumindest die beste, die ich bisher gelesen habe. Wirklich – es ist brillant und hat jede Aufmerksamkeit verdient!

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