Das Debüt 2021

Zum mittlerweile sechsten Mal wird der Blogger*innenpreis „Das Debüt“ vergeben und zum dritten Mal bin ich Teil der Jury. Bei diesem Preis haben Verlage die Möglichkeit, die Erstlingswerke ihrer Debütant*innen einzureichen. Nachdem eine Jury über eine fünf Titel umfassende Shortlist entschieden hat, ist es in der Hand der teilnehmenden Blogger*innen, daraus den Siegertitel zu küren. In diesem Jahr wurden immerhin 93 Romane eingereicht, aus denen die Jury die sicher nicht leichte Wahl treffen musste.

Wie auch die anderen teilnehmenden Blogger*innen werde ich nun bis Ende Januar die fünf Titel lesen und darüber entscheiden, welcher mein persönlicher Favorit ist. Die Besprechungen werde ich auf dieser Seite sowie im Widget in der rechten Seitenleiste verlinken. Wie immer freue ich mich sehr auf die Zusammenarbeit mit der restlichen Jury und natürlich auch auf die fünf Titel, die wir lesen dürfen. Und so sieht sie in diesem Jahr aus, die Shortlist:

Ariane Koch: Die Aufdrängung (Suhrkamp): Eine Frau nimmt einen Fremden bei sich auf, und wird ihn nicht mehr los. Oder kommt er von ihr nicht mehr los? Mit Humor und Brutalität lotet Koch aus, was das Fremde mit uns macht, wenn man es einmal ins Leben gelassen hat.

Sharon Dodua Otoo: Adas Raum (Fischer): Otoo, im Literaturbetrieb schon lange keine Unbekannte mehr, hat mit Adas Raum in diesem Jahr ihren ersten Roman veröffentlicht. Sie folgt darin verschiedenen Versionen von Ada, die ganz unterschiedlich sind, und sich doch ähneln, in den Erfahrungen von Unterdrückung und Ausgrenzung, die sie erfahren.


Thomas Arzt: Die Gegenstimme (Residenz): Im April 1938 wir in Österreich über den „Anschluss“ an das nationalsozialistische Deutschland abgestimmt. Nur einer traut sich, dagegen zu sein. Er soll seinen Widerstand teuer bezahlen.


Jessica Lind: Mama (Kremayr & Scheriau): Erst versucht Amira verzweifelt, schwanger zu werden, dann droht si an der Mutterrolle zu scheitern. Eine einsame Hütte im Wald soll ihr in dieser schweren Zeit ein Zufluchtsort sein, droht aber zur Falle zu werden. Schon bald kann sie die Realität kaum noch von der grausamen Phantasie unterscheiden.


Stefanie vor Schulte: Junge mit schwarzem Hahn (Diogenes): Ein ganz klassisches Märchen erzählt Stefanie vor Schulte mit diesem Roman. Der junge Martin, ein unerschütterlicher und durch und durch aufrechter Held, macht sich auf den Weg in die Welt, um schreckliches Unheil zu bekämpfen. Immer an seiner Seite ist dabei ein stattlicher schwarzer Hahn.

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr schon einen der Romane gelesen?

10 Gedanken zu “Das Debüt 2021

  1. Alexander Carmele 11. Dezember 2021 / 20:58

    „Die Aufdrängung“ ist wahrlich eine Perle. Ich hab’s gelesen, weil das Cover so eigenartig war und war schier begeistert. Erst danach las ich, dass der Roman auch den Aspektepreis bekommen hat. Ich lasse mich mal von den anderen inspirieren, und lese vielleicht das eine oder andere! Viel Spaß und bin gespannt auf die Rezensionen. Für „Die Aufdrängung“ arbeite ich gerade an einer Stellungnahme, die diesem wunderschön schrägen Machwerk gerecht wird 🙂

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  2. dj7o9 12. Dezember 2021 / 9:51

    Ich habe den schwarzen Hahn sehr geliebt und bin ganz gespannt auf „Mama“ und Adas Raum. Liebe Grüße, Sabine

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    • schiefgelesen 12. Dezember 2021 / 10:02

      Den schwarzen Hahn habe ich gestern gelesen und auch sehr gern gemocht. Was „Mama“ angeht bin ich skeptisch ob der Thematik, aber vielleicht überzeugt es mich ja doch.

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      • dj7o9 12. Dezember 2021 / 11:40

        Yep von der Thematik gar nicht meins, aber irgendwie klang es düster-horror mäßig und ich hoffe Atmosphäre, warte aber mal dein Urteil ab 😊

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  3. letteratura 12. Dezember 2021 / 17:02

    Ich habe schon vor ein paar Monaten Adas Raum gelesen und bin da zu einem gemischten Fazit gekommen… Und jetzt gerade habe ich Junge mit schwarzem Hahn gelesen. Das hatte ich vorher schon oft gesehen und davon gehört, aber es hat mich thematisch nicht so angesprochen. Die Lektüre hat für mich bestätigt, dass es zu Recht gelobt wird, aber auch nicht so ganz meins war, wobei ich mit etwas Abstand feststelle, dass es durchaus noch nachhallt. Bei Mama geht es mir ähnlich, das ist mir auch oft begegnet, war mir aber auch unsicher, ob ich es lesen will. Sehr gespannt bin ich auf Die Aufdrängung, das hatte ich eh schon auf dem Zettel. Nur Die Gegenstimme hatte ich gar nicht auf dem Schirm 🙂

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    • schiefgelesen 12. Dezember 2021 / 17:36

      Ich hätte von mir aus weder „Junge mit schwarzem Hahn“ noch „Mama“ gelesen. Zumindest ersteres hat mir aber gut gefallen. Auf „Die Aufdrängung“ bin ich auch gespannt. Es interessiert mich am meisten von dieser Liste. Mal sehen, ob das so bleibt 🙂
      Ich bin gespannt, zu welchem Urteil du kommst!

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      • letteratura 12. Dezember 2021 / 18:13

        Bis hierher ziemlich viele Parallelen zwischen uns. 🙂 Ja, schauen wir mal, ich finde die Liste auf jeden Fall interessant.

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