Women’s Prize for Fiction – die Shortlist 2020

Gute sechs Wochen nach der Bekanntgabe der Longlist des 25. Women’s Prize for Fiction wurde heute die Shortlist bekanntgegeben. Statt im Rahmen der sonst üblichen Feier konnte die Bekanntgabe in diesem Jahr aus bekannten Umständen nur online stattfinden.

In der Hoffnung, dass später im Jahr wieder Veranstaltungen möglich sein werden, wurde die Preisverleihung von Juni auf September verlegt. Aber hier ist erstmal die Shortlist:

Angie Cruz: Dominicana

Ana Cancion, die Protagonistin dieses Romans, wächst in Dominica und hat keinerlei Ambitionen, das Land zu verlassen. Dennoch heiratet sie den älteren Juan und zieht mit ihm nach New York. Einsam und isoliert leidet sie unter dem Verlust von Familie und Heimat. Erst als Juan wieder nach Dominica reist um Geschäfte zu regeln, entdeckt sie die ungeahnten Möglichkeiten und Freiheiten ihrer neuen Heimat.

deutsche Übersetzung: –

Bernardine Evaristo: Girl, Woman, Other

Für diesen Roman wurde Evaristo im letzten Jahr auch schon mit dem Booker Prize ausgezeichnet und er wurde zu einem der meistdiskutierten Titel des Jahres. Sie erzählt darin die Geschichten von zwölf Frauen, die alle miteinander verbunden sind, auch wenn sie erst nur wenig gemein zu haben scheinen.

deutsche Übersetzung: Mädchen, Frau etc. Tropen, Januar 2021.

Natalie Haynes: A Thousand Ships

Haynes wagt sich mit diesem Roman in die Untiefen des Mittelmeers und der Ilias hinaus. Statt aber wie üblich die bekannten Heldengeschichten zu erzählen, rückt sie die Frauen der Erzählung in den Fokus.

deutsche Übersetzung: –

Hilary Mantel: The Mirror and the Light

Mit diesem Roman beendet Mantel die Cromwell-Trilogie. Die ersten beiden Teile, Wolf Hall und Bring Up the Bodies brachten ihr 2010 und 2013 jeweils schon eine Shortlist-Platzierung ein. Da darf natürlich auch dieser Roman nicht fehlen, der die letzten Kapitel des ambitionierten und verachteten Strategen erzählt.

deutsche Übersetzung: Spiegel und Licht. DuMont, März 2020.

Maggie O’Farrell: Hamnet

Hamnet ist vermutlich einer der bekanntesten Schriftsteller-Söhne, auch wenn er nur acht Jahre alt wurde. Mit Hamlet setzte sein Vater ihm ein leicht abgewandeltes aber unsterbliches Denkmal.

deutsche Übersetzung: Judith und Hamnet. Piper, Oktober 2020.

Jenny Offill: Weather

Das Wetter spielt verrückt, das Klima wandelt sich rapide. Davon erzählt auch der Podcast „Hell and High Water“, dessen Zuhörerfragen die Bibliothekarin Lizzie ausdauernd beantwortet. Sie selbst ist überzeugt, dass das Ende des Planeten naht. Aber sie muss durchhalten, nicht zuletzt, weil sie sich auch noch um ihren drogenabhängigen Bruder kümmern muss.

deutsche Übersetzung: –

Und das waren sie, die sechs Titel. Es werden die letzten sechs sein, die Eingang finden in mein Leseprojekt. Nach 25 Jahren ist dann auch mal Schluss. Ich bin überrascht, wie wenige der Favoriten-Titel bisher übersetzt worden sind. Allerdings fehlt eben auch die Leipziger Buchmesse und viele Verlage wagen gerade keine großen Programmplanungen. Einige ziehen ja auch fast das gesamte Frühjahrsprogramm mit rüber in den Herbst. Da wird also sicher noch was passieren, zumindest bei Offill bin ich da sicher. Ich werde die Übersetzungen im September nochmal ergänzen, wenn sich bis dahin noch was tut.

7 Gedanken zu “Women’s Prize for Fiction – die Shortlist 2020

  1. Niamh O'Connor 22. April 2020 / 8:20

    Hallo Marion,

    danke für den Beitrag. Hab jetzt endlich wieder Zeit für Literatur und werde mir als Erstes Hamnet vornehmen.

    Herzliche Grüße
    Niamh

    Gefällt 1 Person

    • Marion 22. April 2020 / 10:10

      Super! Darauf bin ich auch gespannt. Dabei sind historische Romane meistens nicht so mein Ding. Viel Spaß schon mal beim Lesen.

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  2. Christoph 22. April 2020 / 16:36

    Der Kurzbeschreibung nach hört sich für mich „Weather“ am interessantesten an. An Hilary Mantel bin ich dagegen schon mehrmals kläglich gescheitert.

    Gefällt 1 Person

    • Marion 24. April 2020 / 10:58

      Ganz ehrlich – wäre Mantel nicht so auf der Shortlist gewesen, hätte ich bedeutend weniger von ihr gelesen. Durch den ersten Teil der Cromwell-Reihe habe ich mich teilweise wirklich durchgequält, beim zweiten war es ein bisschen besser. Aber auch „Jeder Tag ist Muttertag“ und „Beyond Black“ haben mich nicht wirklich vom Hocker gehauen.
      Auf „Weather“ freue ich mich allerdings auch.

      Gefällt 1 Person

  3. dj7o9 22. April 2020 / 21:56

    Ich möchte Evaristo lesen, irgendwann Ms Mantel aber dazu muss ich erst einmal noch den 2. Band lesen und „Weather“ klingt auch spannend.

    25 Jahre – wow! Kann verstehen, dass Du vielleicht keine Lust mehr hast, aber ich fand dein Projekt immer super spannend.

    Ganz liebe Grüße, Sabine

    Gefällt 1 Person

    • Marion 22. April 2020 / 22:05

      Das freut mich, liebe Sabine! In irgendeiner Form werde ich dem Preis auch auf jeden Fall treu bleiben. Vielleicht gibt es ab dem nächsten Jahr meine persönliche Shortlist mit den Büchern, die für mich am interessantesten klingen. Mal sehen. Auf jeden Fall geht es irgendwie weiter 🙂

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