fbm18 Mini-Series III: Menschen

Es wirft kein gutes Licht auf mich, aber ich finde Menschen oft und schnell anstrengend. Vor allem, wenn sie sich in Gruppen durch Messehallen schieben. Ach, wenn sie nur schöben! Meistens stehen sie an unmöglichen Plätzen herum und mir im Weg. Aber das gute an der Messe ist ja, dass es dort auch ein paar ganz wunderbare Menschen gibt und man immer einige davon trifft, wenn auch leider niemals alle.

CavalloEine wunderbare Frau, die ich dieses Jahr erleben durfte, war Francesca Cavallo, die stellvertretend für das Projekt „Good Night Stories for Rebel Girls“ auf der Messe war. Eigentlich wollte ich nur ganz kurz stehen bleiben, aber Cavallo hat mich mit ihrer wahnsinnig enthusiastischen und charismatischen Art viel länger als geplant bei der Bühne gehalten. Aus ihrem Projekt sind inzwischen zwei Bücher entstanden, in denen in sehr kurzen kurzen Texten Frauen und Mädchen vorgestellt werden, die Besonderes getan haben, auf welchem Gebiet auch immer. Die Geschichten sollen Mädchen Mut machen, für sich selbst einzustehen und ihren Weg zu gehen. Die Texte sind zum Teil wie Märchen erzählt und jeweils mit einem Bild einer Künstlerin illustriert.  Ich kannte die Bücher zwar schon, habe mich aber nie näher mit ihnen beschäftigt, was sich dank Cavallos umwerfender Art ändern wird.

Auch die vier Verlegerinnen aus Georgien, die auf der Leseinsel der unabhängigen Verlage über „Female Perspectives – Publishing in Georgia“ redeten, waren sehr beeindruckend. Sie berichteten vom schwierigen Aufbau der Verlagswelt nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und davon, wie schwierig es für Frauen in Georgien oft ist, im Berufsleben ernst genommen zu werden. Während Führungskräfte im Verlagswesen keine Seltenheit sind, sieht das in anderen Branchen ganz anders aus. Auch Gewalt im häuslichen Umfeld wurde als großes Problem angesprochen.

BloggerInnen habe ich nur wenige gesehen und noch weniger gesprochen. Dabei war ich sogar bei der Buchblog-Award-Verleihung, zumindest am Anfang. An dieser Stelle herzlichen Glückwunsch an die GewinnerInnen! Leider musste ich nach einer halben Stunde gehen, weil ich mit einer alten Seckbach-Mitschülerin zum Kaffee verabredet war. Weil die Schlange dort sehr lang war und weil wir zusammen in Seckbach waren, wurde es dann doch ein Wein. Danach war ich zwar in Sekt- und Plauderlaune, habe aber auch keinen mehr getroffen. Blödes Timing.

Dafür habe ich vor allem am Donnerstag ein paar bezaubernde Verlagsmenschen getroffen, die ich zum Teil nur aus Mails kannte und zum Teil seit Jahren nicht gesehen hatte. Das allein war den Reiseaufwand schon fast wert. Und nächstes Mal bin ich sicher auch besser beim Blogger erkennen – hoffe ich.

2 Gedanken zu “fbm18 Mini-Series III: Menschen

  1. Andreas Kück - LESELUST 20. Oktober 2018 / 9:13

    Deine ersten 3 Sätze sprechen mir so aus der Seele: …gerne auch anzutreffen vor Theatergardroben, in Fußgängerzonen oder Supermärkten – wahlweise mit oder ohne Kinderwagen/ wahlweise mit oder ohne Rollator…
    Dieses Phänomen tritt generationsübergreifend auf!

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    • Marion 20. Oktober 2018 / 9:35

      Am meisten freue ich mich, wenn Leute am Kopf von Rolltreppen stehenbleiben, um sich erstmal umzusehen. Weil man sich zwei Meter weiter nicht mehr umsehen kann. Da kann ich noch nicht mal verhindern, in sie reinzurempeln.
      Auch sich zufällig in der Stadt treffende Menschengruppen haben ein bemerkenswertes Gespür dafür, wo die blödmöglichste Engstelle ist um stehen zu bleiben und zu quatschen.

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