fbm18 Mini-Series I: Die Reise

Das erste mal seit vielen Jahren war ich letzte Woche auf der Buchmesse und das erste mal war ich als Bloggerin und nicht als Buchhändlerin da. Als ich noch in Worms gewohnt habe, war Frankfurt ein kurzer Weg, aber seit es mich in den Norden verschlagen hat, ist der Messebesuch mit deutlich mehr Aufwand verbunden und ich bin auch einfach ein sehr fauler Mensch.

Dieses Jahr aber ich mich aufgerafft und bin nach Mainz gegondelt, wo mein kleiner Bruder mir mit großer Begeisterung sein Schlafsofa zu Verfügung gestellt hat (er hat Fön und Bügeleisen, alle Sorgen waren umsonst, aber danke für die Anteilnahme bei twitter). In der Messe-App hatte ich ungefähr jede zweite Veranstaltung markiert und es war sehr schnell klar, dass ich das nicht alles schaffen kann und will. Außerdem wurde es irgendwann übersichtlich. Wie sehr ist mir erst klar geworden, als ich angefangen habe, diesen Text zu schreiben. Also gibt es jetzt eine Mini-Serie nach Themenfeldern.

Die Reise

Ich bin am Mittwoch schon angereist, allerdings erst nur bis Mainz, wo ich im Bahnhof an meinem Bruder vorbei gerannt bin, weil ich ihn seit seiner Konfirmation nicht mehr im Anzug gesehen habe und er aussah, als wolle er mit mir über die Bibel sprechen.

Die Fahrt war wenig aufregend, wenn man mal davon absieht, dass der Rhein spektakulär niedrig war und ich immer wieder sagen musste, dass ich den Rhein noch nie so niedrig gesehen habe. Mittlerweile weiß ich: er war noch nie so niedrig. War auch auf eine Art sehenswert.

Am nächsten Morgen stellte ich fest was man auf jeder Reise feststellt, nämlich dass ich die Hälfte vergessen hatte. Ich musste mich im Bahnhofs-Rossmann schminken, während ich allen Mitarbeiterinnen fortwährend versichert habe, dass ich das alles auch kaufe, was ich auch getan habe. Im Selbst-Check-Out!

Bei der Abreise am übernächsten Morgen stellte ich fest, dass der Frankfurter Bahnhof eine Katastrophe in puncto Gepäckaufbewahrung ist. Ich wollte gerne mein gesamtes Gepäck am Bahnhof lassen, leider musste ich erst weit mehr als 20 Schließfächer in drei Schließfach-Anlagen durchtesten, bis eines funktionierte. Großer Spaß. Als die Tür glücklich zu war, fiel mir auf, dass mein geliebtes Pastrami-Sandwich mit im Fach war. Mega Start in den Tag.

Die Rückfahrt war auch eine ziemliche Katastrophe, weil wir überall auf Personal warten mussten. Ich will nicht klagen, die Kölner Strecke hatte es weit schlimmer erwischt. Außerdem saß ich bequem in der ersten Klasse und hatte mich noch dazu für den Komfort Check-in entschieden. Das tolle am Komfort Check-in ist, dass niemand mehr kommt und sagte „Entschuldigen Sie, Ihre Fahrkarte bitte“ sondern „Entschuldigen Sie, ach, Sie haben ja schon eingecheckt. Tolle Sache, ne?“. Das stört viel weniger beim Lesen. Nun, es gab Strom und Internet und ich habe eine 90er-Playlist gefunden, die mich bis Bremen bestens unterhalten hat. Schade nur, dass niemand sehen wollte, wie ich wirklich noch die ganze Choreo von „Stop!“ von den Spice Girls kann. Sie ist sehr simpel und illustrativ, zugegeben. Wer nicht mehr schrittsicher ist, darf nochmal nachgucken in diesem Video aus Zeiten, als Victoria noch Adams hieß:

Am Ende hab ich es auch noch ganz knapp zu den Öffnungszeiten meines Lieblingsinders nach Bremen geschafft, womit alles ein gutes Ende hatte.

6 Gedanken zu “fbm18 Mini-Series I: Die Reise

  1. letteratura 18. Oktober 2018 / 11:04

    Zu den Schließfächern am Frankfurter Hauptbahnhof habe ich auch eine tolle Geschichte. Eine mit dreimal testen, ob das Ding auch zu ist, um es später offen und ohne Gepäck vorzufinden, was mir erst einmal einen halben Herzinfarkt brachte und dann eine Odyssee durch den Bahnhof, wo man mich mehrfach wie bei Asterix von a nach b nach c schickte. Schön ist anders, aber immerhin tauchte das Gepäck wieder auf … schade, dass wir uns nicht gesehen haben, hätte mich gefreut!

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    • Marion 18. Oktober 2018 / 11:31

      Oh Gott, den Herzinfarkt hätte ich aber auch gehabt! Warum war das Fach offen? Hatte das die Bahn geräumt? Und wenn ja, warum haben Sie keine Nachricht hinterlassen? Das ist ja wirklich ein großer Schreck.
      Und es ist total schade, dass wir uns verpasst haben! Ich bin mir aber auch nicht sicher, ob ich dich im Messegetümmel erkennen würde, ich bin da sowieso die totale Niete. Wenn ich mich das nächste Mal bei sowas blicken lasse, melde ich mich vorher, dann müssen wir das besser organisieren.

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      • letteratura 18. Oktober 2018 / 11:36

        Angeblich war es offen, was irgendwie komisch ist… ich bin sicher, dass es verschlossen war. Die ehrliche Finderin hatte mein Gepäck abgegeben, aber an die Info musste ich erstmal rankommen… waren spannende zwanzig Minuten, bis ich es wieder hatte. Hab jetzt kein Vertrauen mehr in die Schließfächer dort… die meinten, das sei alles schon alt, das passiere schon mal… sehr beruhigend. Ja, nächstes Mal kriegen wir das hin, ich war auch ziemlich unorganisiert.

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  2. Andreas Kück - LESELUST 18. Oktober 2018 / 16:03

    …freue mich auf die nächste Folge!
    Bis dahin übe ich die Choreo: Den Part mit dem „albern Rumhüpfen“ kann ich schon! 😀

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    • Marion 18. Oktober 2018 / 17:53

      Das scheint auch der relevanteste Teil zu sein. Du bist auf einem guten Weg. Jetzt noch ein bisschen pantomimische Text-Darstellung und dann kannst alles.

      Gefällt 1 Person

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