Leseplan 2017: Mehr Frauen lesen!

Neues Jahr, neues Leseprojekt. Eigentlich mein erstes überhaupt. Ich widme es den Shortlist-Kandidatinnen des Preises, der jetzt „Baileys Women’s Prize for Fiction“ heißt. Und zwar habe ich vor, jeden Shortlist-Titel seit erster Vergabe des Preises (1996) zu lesen. Weil ich subjektiv zu wenig Büchern von Frauen lese, weil ich weiß, dass einige meiner Lieblings- Autorinnen auf der Liste stehen und weil ich einfach Lust drauf hab.

Der Preis wird seit 1996 verliehen und zwar für einen englischsprachigen Roman, der von April des Vorjahres bis März des Vergabejahres in Großbritannien verlegt wurde. Dabei ist es unerheblich, ob die Autorin aus Großbritannien stammt oder nicht, der Roman muss allerdings auf Englisch verfasst worden sein. Von 1996-2006 und von 2009-2012 hieß der Preis „Orange Prize for Fiction“, zwischendrin mal „Orange Broadband Prize for Fiction“, dann gab es 2013 ein sponsorenfreies Jahr in dem der Preis nur „Women’s Prize for Fiction“ hieß und seit 2014 hat der neue Sponsor Baileys seinen Namen davorgehängt. Nachdem der Name so oft gewechselt hat, heißt mein Projekt hier einfach „Women’s Prize for Fiction“ bzw. „WPF“ . Geblieben ist über die Jahre allerdings immer das Prozedere: aus allen Einreichungen wählt eine Jury eine Longlist mit 20 Titeln aus, die dann auf eine sechs Titel umfassende Shortlist gekürzt wird, aus denen dann schließlich der Gewinnertitel bestimmt wird. Preisverleihung ist immer im Juni.

wpfIch habe mir also eine Auflistung der Shorlists rausgesucht, alles alphabetisch sortiert und war erstaunt bis erschrocken über die reine Menge. Hätte man auch mal eben ausrechnen können, ohne die Nominierten von diesem Jahr sind wir schon bei 126. Nun lasse ich mir ja nicht nachsagen, ich könne mich nicht in Schnapsideen verrennen. Wenn ich auch noch andere Sachen lesen will, brauche ich mindestens drei Jahre (der Titel „Leseplan 2017“ ist sehr optimistisch). Aber der Plan steht!

Und es scheint mir ein guter Plan zu sein. Eine ganze Menge der Autorinnen kenne ich nur dem Namen nach oder sogar gar nicht. Ich glaube, da gibt es eine Menge tolle Bücher zu entdecken und sicher auch Sachen, die nicht meinen Geschmack treffen. Natürlich werde ich nicht nur noch Shortlist lesen. Niemand will zwei Jahre lang nur zwanzig Jahre alte Bücher englischsprachiger Frauen lesen, da wird man ja irre. Ich rechne auch in den kommenden Monaten mit Neuerscheinungen, die keinen Aufschub dulden. Aber so nach und nach will ich alle diese Bücher lesen, auch wenn einige dabei sind, die mich auf den ersten Blick nicht besonders interessieren, und die ich mir keinesfalls einfach so gekauft hätte. Vielleicht werde ich ja positiv überrascht. Und es kann auch wohl nicht schaden, sich mal aus der Lese-Komfortzone zu wagen. Ich habe ja immer diese Lesestapel, die ich mir vornehme und hier vorstelle, da packe ich einfach jedes mal ein paar Romane drauf, nach willkürlichen Themen zusammengesucht.

Eine Übersicht über alle Titel und bereits existierende Besprechungen findet ihr auf der Seite „Women’s Prize for Fiction“ , wo ich auch alle kommenden Besprechungen verlinken werde. Die Ausbeute ist bisher sehr mager, es wird auch noch ein bisschen dauern, bis da wieder was passiert, aber bleibt dran, es wird!

20 Gedanken zu “Leseplan 2017: Mehr Frauen lesen!

  1. letteratura 1. Januar 2017 / 10:54

    Das klingt sehr interessant, ich bin sehr gespannt auf Deine Leseeindrücke! Wirst Du die Bücher alle im Original lesen?

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    • Marion 1. Januar 2017 / 10:57

      Zum größten Teil habe ich das vor, ja. Allerdings bin ich durchaus bereit, Ausnahmen zu machen, z.B. wenn es ganz deutlich günstiger ist, die Übersetzung zu kaufen oder wenn ich die Übersetzung als Lex habe.

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      • letteratura 1. Januar 2017 / 10:59

        Verstehe. Ich freue mich jedenfalls schon auf die ersten Besprechungen. Wünsche Dir ein glückliches 2017 mit jeder Menge gutem Lesestoff!

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  2. the lost art of keeping secrets 1. Januar 2017 / 16:25

    Super cooles Projekt! Und weil es mein Lieblingsbuch 2016 war, empfehle ich dir direkt A Little Life. Gibt es, glaube ich, ab Mitte Januar auf Deutsch. Tolle Geschichte, wunderbares Buch und sehr traurig und sehr schön. Ich habe es bisher nicht hingekriegt, meine Gedanken dazu, vernünftig in eine Rezension zu gießen, aber vielleicht kommt das noch.

    Ich bin sehr gespannt auf deine Rezensionen zu diesem Projekt. 🙂

    Liebe Grüße,
    Eva

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    • Marion 1. Januar 2017 / 16:48

      Das habe ich in der deutschen Ausgabe als Leseexemplar bekommen und bin sehr gespannt darauf. Aus einigen Richtungen habe ich auch gehört, dass es stellenweise ziemlich brutal und grausam ist. Fandest du das auch? Ich freue mich auf deine Rezension!

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  3. literaturreich 1. Januar 2017 / 18:36

    Solche Projekte und Fragen finde ich immer sehr spannend. Deshalb habe ich gleich mal für mich selbst rekapituliert und bin auch nur auf 16 der Roman auf der Liste gekommen, die ich bereits gelesen habe (ungefähr die gleiche Menge steht hier noch ungelesen). Dafür war 2016 bei mir in etwa Gleichstand zwischen Autoren und Autorinnen (kleiner Vorteil lag bei der Weiblichkeit)

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    • Marion 1. Januar 2017 / 19:42

      Ich hab mir da Anfang letzten Jahres das erste mal drüber Gedanken gemacht, nachdem ich einen Beitrag bei ich glaube Buchflimmern gelesen hatte. Zumindest zu der Zeit hatte ich da eine ganz deutliche Diskrepanz. Das hat sich auch in den letzten Monaten nicht so sehr geändert…. Aber jetzt!

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  4. juneautumn 2. Januar 2017 / 15:27

    Schönes Projekt, da bin ich sehr gespannt drauf!
    Ich habe bei mir letztens mal ein bisschen in Kategorien „aufgeräumt“ und dachte mir, ne Frauenkategorie, na klar. Dass es dann aber 35 von ca. 100 werden würden, damit hatte ich nicht gerechnet – hab das gar nicht so wahrgenommen. Ich freue mich also auf viele weitere Empfehlungen und wünsche ein wundervolles (Lese)Jahr!

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  5. Julia | Literameer 31. Januar 2017 / 19:10

    Hallo 🙂

    Das ist ein wirklich interessantes Leseprojekt. Ich möchte mich in diesem Jahr auch mehr aus der Lese-Komfortzone wagen und habe mir dafür auch verschiedene Bücher rausgesucht.

    Auf deiner Liste stehen wirklich interessante Titel. Da schau ich gleich nochmal genauer rein und wahrscheinlich ist meine Wunschliste dann um einige Titel länger 🙂

    Viel Spaß beim Lesen und viele Grüße
    Julia

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  6. madameflamusse 17. September 2018 / 16:15

    Also kann man es eigentlich noch mehr eingrenzen Literatur von englischen bzw. englischsprachigen Frauen?

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    • Marion 17. September 2018 / 16:40

      Das kann man. Die Regularien des Preises sehen vor, dass Buch im Original auf Englisch sein muss und dass es bei einem Verlag aus Großbritannien erschienen sein muss. Das muss allerdings nicht die Originalausgabe sein.
      Nach beinahe zwei Jahren stelle ich fest, dass ich außerhalb des Projekts deutlich mehr Frauen lese, nicht alle (aber auch viele) davon englischsprachig.

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      • madameflamusse 17. September 2018 / 20:12

        Ich hatte festegestellt das ich sehr viel Original Englischsprachiges las (in Übersetzung) und lese ja seit langem auch fast nur noch Literatur von Frauen. Versuche aber auch viel Deutsche Schreiberinnen und näheres Umland auszuwählen. Englischsprachige scheinen immer ganz vorne mit dabei zu sein, aber gibt halt da auch viele tolle Sachen.
        Im Moment such ich aber eher Identifikationsstoff… hab festgestellt das ich irgendwie ganz schön amerikanisiert bin, eben auch durch die Literatur.
        Hab dich mal mit verlinkt.

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        • Marion 17. September 2018 / 20:36

          Die Mischung ist beim Women’s Prize für mein Empfinden ganz gut. Ich hab jetzt nicht nachgezählt, es sind natürlich etliche US-amerikanische Autorinnen dabei, aber eben auch sehr viele aus Irland/GB und aufgrund der Kolonialpolitik auch immer mal wieder außer-europäische Autorinnen. Wobei das für meinen Geschmack so ein Tick mehr sein könnte.
          Auf jeden Fall habe ich durch das Projekt einige Autorinnen kennengelernt, die ich sonst vielleicht nicht gelesen hätte und die mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingen gehören.

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          • madameflamusse 17. September 2018 / 20:48

            echt toll 🙂 es lohnt sich immer wieder genau hinzuschauen

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