Leipzig by the book

Viele von euch kennen Leipzig ja zumindest von Messe-Besuchen, ich kannte es noch nicht. Nun war es am letzten Wochenende das Ziel eines Kurztrips, den ich zusammen mit einer Freundin unternommen habe. Natürlich mit einer, die liest und erst bei der vierten Buchhandlung fragt, ob ich da sicher auch noch rein will.

Weil wir aus völlig verschiedenen Richtungen angereist sind, haben wir uns am Hauptbahnhof getroffen, wobei ich ein bisschen warten musste. Die Zeit habe ich ganz vortrefflich in der Buchhandlung Ludwig vertrödelt, die für eine Bahnhofsbuchhandlung wirklich außergewöhnlich schick und gut sortiert ist. Ein paar Stufen hinauf gibt es auch ein Café, das ich leider aus Platzmangel nicht ausprobieren konnte. Wahrscheinlich ist das aber ein gutes Zeichen.

Übernachtet haben wir zwei Nächte lang im Book Hotel. Dazu entschlossen haben wir uns weniger wegen der Bücher sondern eher wegen der wirklich guten Lage, keine fünf Minuten von Gewandhaus und Moritzbastei. Das Hotel hat erst 2015 eröffnet, entsprechend neu und schick ist die gesamte Einrichtung. Das Buchkonzept hat sich mir allerdings nicht ganz erschlossen, wie ich zugeben muss. Im Eingangsbereich, auf den Zimmern und in den Leseecken auf jeder Etage stehen Bücher, die man auch lesen darf, ansonsten ist es aber ein ganz „normales“ Hotel. Allerdings ein sehr nettes mit herzlichem Empfang und tollem Frühstück.

Wir hatten leider nicht viel Zeit, deswegen haben wir uns auf das Gebiet innerhalb des Rings, also die unmittelbare Innenstadt beschränkt, auch was die Buchhandlungen angeht.

Am schönsten fand ich die Connewitzer Verlagsbuchhandlung, die ursprünglich im gleichnamigen Stadtteil beheimatet war, jetzt aber in bester Innenstadtlage (Specks Hof, direkt bei der Nikolaikirche) zu finden ist. Im Obergeschoss finden sich überraschend viele englischsprachige Bücher und eine große Auswahl Suhrkamp-MA, im Erdgeschoss eine sehr schöne Auswahl von Literatur sowie einige Kinder- und Sachbücher.  Zudem werden im eigenen Verlag jedes Jahr einige Titel produziert, die sehr hochwertig und schön hergestellt werden. Für LeserInnen außergewöhnlicher Literatur ist dieser Laden auf jeden Fall eine tolle Anlaufstelle, bei der es sicher noch was zu entdecken gibt.

Die beiden in der Innenstadt vertretenen Ketten sind Hugendubel (Petersstr., in der Nähe der Thomaskirche) und Lehmanns (Grimmaische Str., bei der Nikolaikirche). Bei beiden findet sich natürlich das aktuelle Bestseller-Sortiment und was man sonst von einer großen Buchhandlung erwartet. Ich hatte allerdings den Eindruck, dass sich der Non-Book-Anteil sehr in Grenzen hält. Vielleicht hab ich da aber in meiner thalia-Zeit auch einfach jedes Gespür verloren… Mir hat Lehmanns ein bisschen besser gefallen, ich hatte auch den Eindruck, dass es dort mehr ausgefallene Titel gab oder diese zumindest prominenter präsentiert werden. Allerdings sind beide Läden so groß, dass man auf jeden Fall ein passendes Buch finden kann.

Weniger aktuelle Titel findet man in drei Antiquariaten, die sich in direkter Nachbarschaft in der Ritterstraße direkt hinter der Nikolaikirche befinden. Im Leipziger Antiquariat, der Bücherinsel und dem Antiquariat an der Nikolaikirche werden hier fast Tür an Tür Kuriositäten und Schätze verkauft, darunter viele Bücher aus DDR-Zeiten. Ich habe im Leipziger Antiquariat als Geschenk ein hinreißendes Sammelalbum aus den 50ern gekauft und das zu einem absolut angemessenen Preis und von einem sehr netten, auskunftsfreudigen, hilfsbereiten Mann. Unbedingt mal reingucken!

Und noch ein unliterarischer Tipp am Rande: In der Nikolaistraße, also mitten zwischen diesen ganzen Buchläden, hat vor ein paar Wochen eine Filiale der Quetzal Schokoladenbar aufgemacht. Wenn ihr  vom Büchershoppen unterzuckert seid und die Tüten nicht mehr tragen könnt, kriegt ihr hier sensationell leckere Trinkschokolade aus 5 verschiedenen Schokoladen und außerdem Brownies, Eis, Pralinen und Schokoladenfondue. Und das von einem wirklich netten, engagierten Team.

Nicht ungenannt bleiben soll ein weiteres Buch, nämlich der City Trip Leipzig aus dem Reise Know-How-Verlag. Der Verlag ist im Vergleich zu anderen ziemlich unbekannt, produziert aber sehr gute Titel und ist auch bei etwas kleineren und weniger besuchten Städten ein guter Tipp. Bei großen aber auch.

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4 Gedanken zu “Leipzig by the book

  1. tination8 19. November 2016 / 12:37

    Ui, danke für die tollen Tipps!!!! Wenn ich mal wieder in Leipzig bin, dann muss ich mal unbedingt von Hugendubel schauen 😊

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  2. dj7o9 19. November 2016 / 13:50

    Da schließe ich mich an – heißen Dank für die guten Tipps. Bin im März zum ersten Mal anlässlich der Buchmesse in Leipzig und freue mich schon sehr darauf die Stadt zu endecken 🙂
    Schönes Wochenende…

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  3. literaturreich 19. November 2016 / 15:55

    Bisher war ich immer nur zur Messe und ganz kurz in Leipzig. Diese Jahr habe ich dann auch ganz zufällig die Connewitzer entdeckt. Gehört hatte ich davon schon und war dann ganz überrasche, sie in der kleinen Passage zu finden. Sehr schön! Da ich nächstes Jahr mit meiner nicht ganz so buchbegeisterten Familie fahre, ist der Reiseführer sicher ganz interessant (und ich werde mir auch mal ein paar buchfreie Stunden nehmen :))

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    • Marion 19. November 2016 / 16:19

      Auf jeden Fall gibt es auch für Nicht-Leser ganz viel in Leipzig zu entdecken. Es ist eine sehr schöne Stadt! Wir hatten leider viel zu wenig Zeit.

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