Sabine Durrant: Stilles Vermächtnis

vermächtnisDas war schon das zweite Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe, weil der Verlag sagte, es sei was für Gone Girl-Leserinnen. Ist es, in der Tat. Es ist sogar vom Aufbau ziemlich nah dran.

Denn ein Teil der Geschichte wird erzählt von Lizzie. Vor einem Jahr ist ihr Mann bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Er war Maler und hatte ein kleines Haus in Cornwall, in das er ohne sie gefahren war. Auf dem Rückweg kam sein Wagen von der Straße ab und er verbrannte im Wrack. Endlich findet Lizzie die Kraft, ebenfalls nach Cornwall zu reisen und sich um den Nachlass ihres Mannes zu kümmern. Als sie an der Unfallstelle vorbeikommt, muss sie entdecken, dass offenbar vor ihr schon jemand da war, der Zach ebenfalls vermisst – eine gewisse Xenia hat dort Lilien für ihn niedergelegt. Lizzie hat diesen Namen noch nie gehört – gab es eine andere Frau in seinem Leben? Und ist in seinem letzten Bild eine Botschaft an sie versteckt?

Eine völlig andere Perspektive bringen Zachs Texte in die ganze Geschichte. Im Wechsel mit Lizzies Erzählungen sind seine Tagebücher abgedruckt. Offenbar war er von der Idee besessen, dass Lizzie ihn für einen anderen Mann verlassen wollte. Doch er wollte seine Frau lieber sterben sehen, als sie in einer anderen Beziehung zu wissen. Würde er soweit gehen, seinen eigenen Tod vorzutäuschen und Lizzie aus dem Verborgenen beobachten? Es scheint einiges dafür zu sprechen.

Die ersten drei Viertel der Geschichte sind wirklich super spannend. Leider ähnelt es an sehr vielen Punkten dem ebenfalls dieses Jahr in der gleichen Verlagsgruppe erschienenen Eine perfekte Lüge und da ich beide kurz nacheinander gelesen habe, war ich ziemlich schnell ziemlich genervt davon. Dafür kann Ms Durrant nichts. Für das selten beknackte Ende allerdings schon. Im ganzen letzten Viertel geht die Story völlig aus dem Leim und die Auflösungen vieler Handlungsstränge sind völlig unbefriedigend. So spannend wie der Rest des Buchs konstruiert war, hätte die Geschichte echt einen raffinierteren Schluss verdient.


Sabine Durrant: Stilles Vermächtnis. Pendo 2015. € 14,99, 432 Seiten. Übersetzt von Elvira Willems. Originaltitel: Remember me this way. Mulholland Books 2015.

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